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"Feier-Abend-Mahl" wirbt bei Kirchentag für Einheit der Christen

"Wir sind Kirche": "Mahlgottesdienst in freier Form", die nicht gegen kirchenrechtliche Vorgaben verstoßen soll
19.05.2017, 14:04 Uhr Deutschland/Ökumene/Kirchentag
Berlin, 19.05.2017 (KAP/KNA) Beim Deutschen Evangelischen Kirchentag veranstalten Christen in Berlin ein "Ökumenisches Feier-Abend-Mahl". Damit wollen sie für eine "Abendmahlsgemeinschaft" der Kirchen eintreten, wie Christian Weisner von der katholischen Gruppierung "Wir sind Kirche" am Freitag in Berlin erklärte. Die Feier findet am kommenden Freitag (26. Mai) ab 19 Uhr in der evangelischen Gethsemanekirche in Prenzlauer Berg statt. Aus theologischen Gründen dürfen Protestanten nur in Ausnahmefällen - etwa in bestimmten Notlagen - die katholische Eucharistie empfangen. Katholiken ist eine Teilnahme an protestantischen Abendmahlsfeiern untersagt.

Beim ersten bundesweiten Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin gab es in der Gemeinde bereits eine katholische Eucharistiefeier und einen evangelischen Abendmahlsgottesdienst. Dazu waren auch die Mitglieder der jeweils anderen Konfession eingeladen. Die beiden teilnehmenden katholischen Geistlichen wurden in der Folge unter anderem vom priesterlichen Dienst suspendiert. Die Aktion fand auch gegen den Willen des damaligen evangelischen Berliner Bischofs Wolfgang Huber statt, so der Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord, Christian Zeiske.

Weisner betonte, nun sei "keine Wiederholung von 2003" geplant. Das "Feier-Abend-Mahl" werde nicht gegen kirchenrechtliche Vorgaben verstoßen. Nach den Worten Zeiskes wird es "keinen sakramentalen Charakter" haben. Vorgesehen sei ein "Mahlgottesdienst in freier Form". Dabei würden die Teilnehmer in kleinen Gruppen Brot, Humus, Tomaten und Wasser zu sich nehmen, wie dies zur Zeit Jesu üblich gewesen sei.

In Anspielung auf das Kirchentagsmotto steht der Gottesdienst unter dem Leitwort "Du siehst mich - durch Mauern hindurch". Daran beteiligt sind auch die katholische Gemeinde St. Augustinus-Heilige Familie und eine baptistische Gemeinde sowie die "Berliner Tafel". Die Initiative zur Versorgung armer Berliner mit gespendeten Lebensmitteln sei bei ihrer Aktion "Laib und Seele" in Kooperation mit Kirchengemeinden "hundertprozentig ökumenisch", so die Tafel-Vorsitzende Sabine Werth.

Zeiske betonte, die Aktion von 2003 sei in der Kirchengemeinde "bis heute spürbar". Seither seien sich die Protestanten, Katholiken und Baptisten dort viel näher gekommen. Manche verglichen das Erlebnis mit der Erfahrung der friedlichen Revolution.
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