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Papst kritisiert Hektik der modernen Gesellschaft

Franziskus feierte Fronleichnamsgottesdienst vor der Lateran-Basilika in Rom
18.06.2017, 20:41 Uhr Vatikan/Italien/Papst/Kirche/Feiertage/Fronleichnamsprozession
Rom, 18.06.2017 (KAP) Papst Franziskus hat die Ruhelosigkeit und Hektik der modernen Gesellschaft hinterfragt. Die "einzigartige Fähigkeit", sich zu erinnern sei heute "eher geschwächt", sagte er am Sonntagabend in Rom. Erinnern sei jedoch für den Glauben wesentlich, "genauso wie das Wasser für eine Pflanze", so Franziskus in einem Fronleichnamsgottesdienst vor der Lateran-Basilika.

"In der Hektik, der wir ausgeliefert sind, scheinen viele Personen und Tatsachen an uns vorbeizugleiten. Man blättert hastig um, unersättlich in der Suche nach Neuheit, aber arm an Erinnerungen", beklagte Franziskus. So liefen die Menschen Gefahr, "an der Oberfläche zu bleiben, im Fluss der Dinge, die geschehen, ohne in die Tiefe zu gehen, ohne jenen Weitblick, der uns an das erinnert, was wir sind und wohin wir gehen".

Das Gedächtnis sei wichtig, weil es erlaube, "in der Liebe zu bleiben, zu erinnern, also ins Herz zu rufen, nicht zu vergessen, wer uns liebt und dass wir gerufen sind zu lieben", sagte Franziskus weiter. Er verwies darauf, dass Jesus zu seinen Jüngern beim letzten Abendmahl sagte, "Tut dies zu meinem Gedächtnis". Fronleichnam erinnere daran, dass Jesus Christus "in der Zersplitterung des Lebens mit einer liebevollen Zerbrechlichkeit entgegenkommt, die die Eucharistie ist".

Nach dem Fronleichnams-Gottesdienst zogen mehrere Tausend Gläubige in einer Prozession von der Lateran-Basilika zur Kirche Santa Maria Maggiore, wo der Papst den Schlusssegen erteilte. Franziskus selbst nahm wie im Vorjahr nicht an der Prozession teil und legte die Strecke nach Santa Maria Maggiore im Auto zurück.

Die Prozession fand in diesem Jahr erstmals am Sonntag statt und nicht am eigentlichen Hochfest am Donnerstag. Fronleichnam ist in Italien kein gesetzlicher Feiertag und wird daher in der Regel am folgenden Sonntag begangen. Mit der Terminverschiebung wolle man mehr Gläubigen die Teilnahme ermöglichen und ein Verkehrschaos verhindern, lautete die Begründung des Vatikan.
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