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Erster Kardinal Schwedens: Ernennung großes Zeichen für Diaspora

Neo-Papstwähler Arborelius zu neuem Amt: Großes Medienecho und viel Gratulationen - Schweden für Papst Franziskus aus ökumenischer Sicht sehr interessant
19.06.2017, 13:38 Uhr Schweden/Kirche/Personal/Ökumene/Kardinal
Stockholm, 19.06.2017 (KAP/KNA) Der schwedische Bischof Anders Arborelius sieht seine bevorstehende Ernennung zum Kardinal als Ermunterung für die Katholiken in dem skandinavischen Land. "Für eine kleine Diaspora-Kirche ist das ein sehr großes Zeichen", sagte der Bischof von Stockholm im Interview der deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA. Papst Franziskus hatte im Mai die Kardinalsernennung von Arborelius sowie vier weiterer Kandidaten angekündigt. Die Ernennung erfolgt bei einem Konsistorium am 28. Juni im Vatikan.

Die Ernennung habe in der Gesellschaft sehr großes Echo gefunden, berichtete Arborelius. Menschen hätten ihn auf der Straße angesprochen und ihm in der U-Bahn gratuliert. Die Medien bewerteten die Nachricht als historisch. "Schließlich ist es gerade mal 400 Jahre her, dass für Katholiken in Schweden die Todesstrafe eingeführt wurde", sagte der 67-jährige Karmelit.

Andres Arborelius wurde am 24. September 1949 in der Schweiz geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er mit seiner Mutter, einer Bibliothekarin, im südschwedischen Lund. Er absolvierte ein Magisterstudium in modernen Sprachen und beherrscht neben Schwedisch und Englisch auch Deutsch und Spanisch. Theologie studierte er im belgischen Brügge und am Teresianum in Rom, der Universität des Karmelitenordens, dessen Mitglied er wurde. 1979 wurde Arborelius vom damaligen Stockholmer Bischof Hubertus Brandenburg zum Priester geweiht. 1998 wurde er als erster Schwede seit der Reformation Bischof der Diözese Stockholm.

Als Bischof engagierte sich Arborelius in den vergangenen Jahren u.a. in der Flüchtlingsdebatte, wobei er immer wieder für eine humanere Asylpolitik warb. 2016 empfing er Papst Franziskus in Lund zum gemeinsamen Reformationsgedenken von Päpstlichem Einheitsrat und Lutherischen Weltbund. Schweden sei "aus der Sicht des Papstes ein sehr interessantes Land, weil es eine breite ökumenische Arbeit gibt", sagte der designierte Kardinal im Interview. "Menschlich, geistlich und sozial" sei die Zusammenarbeit zwischen den fast 30 verschiedenen christlichen Kirchen im Land gut, ebenso wie auch die Kooperation mit dem Islam und anderen Religionsgemeinschaften.

Die katholische Kirche in Schweden ist klein und international geprägt. Bis 2000 war in dem skandinavischen Land die evangelisch-lutherische Kirche Staatskirche; ihr gehörte bis dahin jeder Schwede mit seiner Geburt automatisch an. Inzwischen sind noch etwa 60 Prozent der Schweden Lutheraner. Die 116.000 Katholiken im Land - sie machen rund 1,2 Prozent der Gesamtbevölkerung aus - sind zur Hälfte Einwanderer aus mehr als 80 Nationen, darunter vor allem aus Polen, den Philippinen und Vietnam. In der Diözese Stockholm - deren Gebiet ganz Schweden umfasst - gibt es 45 katholische Pfarren sowie 176 Priester. Die Gottesdienste werden in neun verschiedenen Riten und in über 25 Sprachen gefeiert.
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