Konsistorium: Beratungen von Papst und Kardinälen enden
08.01.202616:46
Vatikan/Papst/Kirche/Kardinäle/Konsistorium
Papst Leo XIV. hat erstmals alle Kardinäle zu einem Außerordentlichen Konsistorium nach Rom geladen, um über den Kurs der katholischen Kirche zu sprechen - Am Donnerstagabend enden die Beratungen - Ein zentraler Konflikt blieb dabei außen vor - Kathpress-Korrespondentenbericht von Severina Bartonitschek
Vatikanstadt, 08.01.2026 (KAP) Im Vatikan enden an diesem Donnerstagabend die Beratungen über kirchliche Zukunftsfragen. Papst Leo XIV. hatte dazu alle 245 Kardinäle der Weltkirche nach Rom eingeladen. Laut Vatikan-Angaben nahmen an den insgesamt drei Sitzungen von Mittwochnachmittag bis Donnerstagabend letztlich rund 170 Mitglieder des wichtigsten Beratungsgremiums des Papstes teil.
Auf der Tagesordnung des ersten außerordentlichen Konsistoriums unter Leo XIV. standen zwei zentrale Reformanliegen: Zum einen ging es um die Frage, wie die katholische Kirche in der heutigen Zeit ihre Botschaft so verkünden kann, dass sie von den Menschen verstanden und angenommen wird. Zum anderen ging es um Möglichkeiten der Beteiligung auch ungeweihter Katholiken an kirchlichen Entscheidungsprozessen. Die Ideen zur Einführung der Synodalität (Mitsprache) sowie zu einer anderen Art der Verkündigung gehen auf Leos Vorgänger Franziskus (2013-2025) zurück.
Vier mögliche Themen hatte Leo XIV. seinem Kardinalskollegium zunächst vorgeschlagen. Wegen der kurzen Beratungszeit sollten die Purpurträger zwei Fragen auswählen. Keine Mehrheit fand eine Debatte über das Verhältnis zwischen der kürzlich reformierten katholischen Zentralverwaltung im Vatikan und den lokalen Kirchen. Gleiches galt für den Wunsch konservativer Kreise, über die traditionelle Form der katholischen Messfeier zu beraten.
In dem Gottesdienst vor Beginn der Sitzung am Donnerstagmorgen ermahnte der Papst die Kardinäle, nicht spezielle Projekte und Agenden zu verfolgen, sondern der Einheit der Kirche zu dienen. Bei den Beratungen sollten die Kardinäle einander in die Augen schauen, einander zuhören und sich in ihrem Dialog "zur Stimme all jener machen, die der Herr unserer Hirtensorge in den unterschiedlichsten Teilen der Welt anvertraut hat".
Der neue Rahmen der Beratungen diente diesem Auftrag an die Kardinäle. Die Purpurträger saßen auf roten Stühlen um runde Tische mit roter Stoffdecke. Anders als bei vergangenen Treffen waren die Männer nicht nach sprachlichen Kriterien in eine Arbeitsgruppe eingeteilt worden. Die Kardinäle aus der Weltkirche unter 80 saßen an neun Tischen. Sie sind zur Papstwahl berechtigt und leiten zumeist eine Diözese. Die über 80-jährigen Kardinäle, mehrheitlich im Ruhestand und ohne Papstwahlrecht, waren zusammen mit den Kurienkardinälen auf elf Tische aufgeteilt.
Gegen 19.00 Uhr sollte das außerordentliche Konsistorium mit einer Zusammenfassung durch Papst Leo XIV. und einem gemeinsamen Gebet enden. Da die Debatten hinter geschlossenen Türen stattfanden, war anschließend eine kurze Erläuterung der Inhalte für die Presse geplant.
170 Kardinäle beraten seit Mittwoch im Vatikan mit Papst Leo XIV. über die Zukunft der Kirche - Als erstes mussten sie darüber entscheiden, welche Themen auf die Tagesordnung kommen