Orthodoxe Kirche in Russland nicht bei ökumenischer Gebetsandacht
27.01.202611:40
Russland/Belarus/Kirche/Ökumene
Erneut kein russisch-orthodoxer Kirchenvertreter bei Gottesdienst in Moskau zur Gebetswoche für die Einheit der Christen
Moskau/Minsk, 27.01.2026 (KAP/KNA) Russlands orthodoxe Kirche hat erneut die katholische Einladung zu einer ökumenischen Gebetsandacht ausgeschlagen. Der Generalvikar der katholischen Erzdiözese der Muttergottes von Moskau, Priester Kyrill Gorbunow, bestätigte der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), dass kein russisch-orthodoxer Kirchenvertreter an der Andacht im Rahmen der Gebetswoche für die Einheit der Christen am vergangenen Wochenende in der Moskauer Pfarre St. Peter und Paul teilgenommen habe. Den Grund dafür wisse er nicht.
Schon 2025 war die russisch-orthodoxe Kirche laut Gorbunow dem gemeinsamen Gebet um die Einheit der Christen ferngeblieben. Auch die armenisch-apostolische Kirche sei diesmal nicht dabei gewesen - obwohl die christliche Ökumene in Armenien im Mittelpunkt der diesjährigen Gebetswoche stand. Die katholische Erzdiözese feierte die Andacht daher lediglich mit Lutheranern, Adventisten, Baptisten und Pfingstlern, wie es hieß.
Auch in Belarus
In Belarus nahm ebenfalls kein orthodoxer Geistlicher an den Gebetsandachten für die Einheit der Christen teil. Dazu hatte die katholische Kirche unter anderem in ihre Kathedrale in der Hauptstadt Minsk eingeladen, wie das unabhängige belarussische Portal "katolik.life" wie auch die ökumenische Organisation "Christliche Vision für Belarus" berichteten.
Die orthodoxe Theologin Natallia Vasilevich sagte der KNA, der orthodoxe Minsker Metropolit Wenjamin erlaube Geistlichen nicht, an solchen Andachten teilzunehmen. Unter seinem Vorgänger, Metropolit Filaret, sei eine Teilnahme noch ohne Probleme möglich gewesen. Große Beachtung habe die Gebetswoche für die Einheit der Christen in Belarus aber noch nie gefunden.
Die Gebetswoche geht auf die Vatikanbehörde zur Förderung der Einheit der Christen und den weltweiten Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) zurück. Sie wird auf der Nordhalbkugel traditionell vom 18. bis 25. Jänner begangen, auf der Südhalbkugel zu einem späteren Zeitpunkt. Vorbereitet werden die Feierlichkeiten jeweils von ökumenischen Partnern einer bestimmten Region der Welt.
Kathpress-Themenpaket zum kirchlichen "Tag des Judentums" (17. Jänner) und der internationalen "Gebetswoche für die Einheit der Christen" (18.-25. Jänner)