Anzeige wegen Verdachts auf Veruntreuung von Spendengeldern aus dem Unterstützerkreis - Älteste der Schwestern nach Spitalsaufenthalt und Reha wieder zurück im besetzten Kloster
Salzburg, 27.01.2026 (KAP) Im Umfeld der Ordensschwestern von Goldenstein in Elsbethen bei Salzburg sind Ermittlungen wegen des Verdachts der Veruntreuung von Spendengeldern eingeleitet worden. Eine Salzburgerin hat laut Polizei Anzeige erstattet. Sie wirft der Sprecherin der Nonnen, Christina Wirtenberger, Unregelmäßigkeiten bei Spendengeldern vor. Die Polizei bestätigte laufende Ermittlungen.
In der Sachverhaltsdarstellung heißt es, seit Anfang Dezember seien Unregelmäßigkeiten bei Spenden aufgefallen. Konkret geht es um den Verdacht, dass Spendengelder in mehreren Fällen nicht auf das Treuhandkonto der Schwestern eingezahlt worden seien.
Wirtenberger sprach am Montagabend gegenüber dem ORF Salzburg von einer Spendensumme von rund 32.000 Euro, wies Vorwürfe einer Veruntreuung jedoch zurück. Das Geld befinde sich bereits auf dem Konto der Schwestern, und sie sei zur Offenlegung ihres Privatkontos jederzeit bereit. Sie betonte, die Anzeigerin sei nie Teil des offiziellen Unterstützerteams gewesen. Zudem stellte sie Gegenanzeigen wegen Verleumdung in Aussicht.
Streit um Social Media
Parallel dazu gibt es offenbar Unstimmigkeiten rund um den früheren Instagram-Account der Schwestern, "@nonnen_goldenstein". Im Podcast "Dunkelkammer" sagte Sr. Bernadette (88) in der Vorwoche, Social-Media-Helfer Andreas Varga habe Inhalte ohne Rücksprache mit ihnen veröffentlicht. Die Schwestern hätten kein Problem damit gehabt, dass Geschichten und Erlebnisse der Schwestern geteilt wurden, das habe sich jedoch geändert, wobei im Podcast Vermutungen über mögliche finanzielle Interessen in den Raum gestellt wurden.
Varga wies dies im Podcast "Otheo" zurück und erklärte, er habe mit dem Instagram-Account der Schwestern "nie auch nur einen Cent verdient", sei für Finanzen und Spenden nicht zuständig gewesen und habe die Nonnen meistens über die Postings in Kenntnis gesetzt. Auch weiterhin sei er mit ihnen in Kontakt, so der aus der Baubranche kommende Unterstützer.
Aus dem engeren Kreis um Wirtenberger hatte es kurz vor Weihnachten geheißen, man distanziere sich von dem ursprünglichen Account, mit dem die Schwestern über die Landesgrenzen hinaus bekannt worden waren. Ein weiterer Account @realnonnengoldenstein wurde als Informationskanal eingerichtet, um "vorbereitet zu sein, falls es erforderlich sein sollte, in die sozialen Medien zurückzukehren", wie es hieß und auch, dass sich aus dem Kreis der Helfer mehrere verabschiedet hätten.
Weiter Warten auf den Vatikan
Am Grundproblem des ungeklärten Status der Nonnen hat sich bislang noch nichts geändert. Die drei Augustiner-Chorfrauen Rita, Regina und Bernadette waren im Sommer 2025 gegen den Willen ihres Administrators, Propst Markus Grasl, in ihr früheres Kloster Goldenstein zurückgekehrt, begleitet von Helfern und von enormer medialer Aufmerksamkeit infolge der Berichte auf Social Media. Als keine annehmbare Lösung mit ihrem Oberen gefunden wurde, wandten sich beide Seiten an die vatikanische Ordensbehörde, deren Antwort noch aussteht.
Über Weihnachten und Neujahr hatte sich zwischenzeitlich der Gesundheitszustand der ältesten der Schwestern verschlechtert. Wie Sprecherin Wirtenberger am Dienstag gegenüber Kathpress berichtete, befand sich Sr. Bernadette (88) mehrere Tage im Krankenhaus aufgrund von Stoffwechselproblemen, die mit ihrer Altersdiabetes zusammenhingen, sowie anschließend zwei Wochen auf Rehabilitation. Mittlerweile sei die Ordensfrau wieder wohlauf und nach Goldenstein zurückgekehrt.