Von Bischof Zsifkovics und Metropolit Arsenios im Mai geführte Reise verbindet "spirituelle Vertiefung, ökumenische Begegnung und kulturelle Bildung"
Eisenstadt, 27.01.2026 (KAP) Von 16. bis 23. Mai 2026 laden die Diözese Eisenstadt und die griechisch-orthodoxe Metropolis von Austria zu einer ökumenischen Pilgerreise nach Kreta ein. Die Reise wird gemeinsam von Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics und dem griechisch-orthodoxen Metropoliten von Austria, Arsenios (Kardamakis), geleitet. Kardamakis stammt aus Kreta. Der Bischof und der Metropolit waren bereits mehrmals gemeinsam auf Reisen, u.a. auch auf Kreta. Sie pflegen eine enge Freundschaft.
Die anstehende Pilgerfahrt verbindet demnach laut einer Aussendung "spirituelle Vertiefung, ökumenische Begegnung und kulturelle Bildung" und mache Kreta als "Schnittpunkt von Glaube, Geschichte und europäischer Frühkultur" erfahrbar - auch vor dem Hintergrund der Bewährung des Christentums während der osmanischen Herrschaft.
Zu den spirituellen Höhepunkten der Pilgerreise zählen etwa die Göttliche Liturgie in Heraklion sowie der Besuch bedeutender orthodoxer Klöster wie Agios Georgios Epanosifis, Panagia Kera, Toplou, Arkadi und Panagia Kalyviani. Diese Orte stünden beispielhaft für die tiefe Verwurzelung des orthodoxen Christentums auf Kreta und für seinen jahrhundertelangen geistlichen und gesellschaftlichen Beitrag - insbesondere in Zeiten der Fremdherrschaft. Das Kloster Arkadi erinnere etwa eindrucksvoll an den kretischen Widerstand im 19. Jahrhundert und gelte bis heute als nationales und kirchliches Symbol. (Infos zur Reise: https://www.martinus.at/)
Gebet für kirchliche Einheit
Das gute ökumenische Klima im Burgenland, das u.a. durch die Freundschaft von Metropolit Arsenios und Bischof Zsifkovics geprägt ist, wurde auch dieser Tage bei einem ökumenischen Gottesdienst in Trausdorf deutlich. Der Liturgie im Rahmen der Gebetswoche für die Einheit der Christen standen Bischof Zsifkovics, der evangelische Superintendent Robert Jonischkeit und Pater Raphael Vouvidis vom orthodoxen Kloster in St. Andrä/Zicksee vor. Die Diözese Eisenstadt berichtete darüber am Dienstag in einer Aussendung.
In seiner Predigt strich Superintendent Jonischkeit die Einheit der Christen als zentrale Aufgabe heraus. Christliche Berufung bedeute, in Demut, Geduld und gegenseitiger Achtung zu leben. Die im Burgenland gewachsene ökumenische Zusammenarbeit würdigte er als ermutigendes Zeichen gelebter Gemeinschaft. Die gegenseitige Anerkennung der Taufe bezeichnete er als tragfähiges Fundament, das alle Christinnen und Christen über konfessionelle Grenzen hinweg verbinde.
Zugleich sprach Jonischkeit die bestehende Trennung der Kirchen in der Feier von Abendmahl und Eucharistie an. Künstliche Spaltung stelle immer ein schwerwiegendes Übel dar und widerspreche dem Auftrag zur Einheit. Er ermutigte, das Gemeinsame über das Trennende zu stellen und den Weg zur sichtbaren Einheit weiterzugehen.
Pater Raphael betonte die Bedeutung der persönlichen Begegnung zwischen den Christen. Ein respektvoller Dialog ermögliche gegenseitiges Verständnis und stärke die gemeinsame Verantwortung für das christliche Zeugnis in einer Welt, die von einer tiefen geistlichen Sehnsucht geprägt sei.