UNHCR-Chef dankt Papst für Solidarität mit Flüchtlingen
28.01.202611:21
Vatikan/Diplomatie/Papst/Flüchtlinge/UNHCR
Neuer UN-Flüchtlingshochkommissar Salih nach Audienz im Vatikan: "Welt ist aufgerufen, mehr zu tun, um die Eskalation von Konflikten zu verhindern"
Vatikanstadt, 28.01.2026 (KAP) Der neue Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge, Barham Salih, hat Papst Leo XIV. für dessen "unermüdliche Unterstützung" der Flüchtlinge weltweit gedankt. "Es war mir eine große Ehre, den Heiligen Vater so früh in meiner Amtszeit zu treffen", sagte der UNHCR-Chef im Interview mit Vatican News/Radio Vatikan nach einer Privataudienz beim Kirchenoberhaupt im Vatikan. Ausdrücklich betonte Salih dabei die Bedeutung der "moralischen Autorität" des Papstes sowie der bestehenden Partnerschaft von Kirche und Flüchtlingshochkommissariat "beim Versuch, unser Mandat zur Hilfe für Flüchtlinge weltweit zu erfüllen".
Im Zentrum des Gesprächs von Leo XIV. und Salih am vergangenen Montag standen demnach die Rekordzahl von aktuell mehr als 117 Millionen gewaltsam Vertriebenen weltweit und die moralische Pflicht zu dauerhaften Lösungen. Der UN-Flüchtlingshochkommissar kritisierte im Interview scharf, dass Millionen Menschen zu einem Leben in "langwieriger Vertreibung" verdammt seien - oft für ein Jahrzehnt oder länger. "Das ist nicht akzeptabel. Wir müssen über die Abhängigkeit von humanitärer Hilfe hinausgehen und zu inklusiven, dauerhaften Lösungen gelangen", forderte Salih. Länder wie Kenia, Äthiopien und Tschad zeigten bereits, wie Flüchtlinge in nationale Gesundheits- und Bildungssysteme integriert werden können, anstatt sie dauerhaft in Lagern zu isolieren.
Besorgt äußerte sich der UNHCR-Chef über die prekäre finanzielle Lage der Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen. Der Mangel an Ressourcen schränke deren Handlungsfähigkeit ein, während gleichzeitig immer neue Krisen aufflammten. "Die Welt ist aufgerufen, mehr zu tun, um die Eskalation von Konflikten zu verhindern", mahnte Salih. Die einzige fundamentale Lösung der Flüchtlingskrise bleibe der Frieden; damit Menschen die Wahl hätten, "in Sicherheit und Würde in ihre Heimat zurückzukehren", so der ehemalige Präsident des Irak. Der Schutz von Menschen in Not sei eine rechtliche Verantwortung, eine moralische Verpflichtung und ein Ausdruck gemeinsamer Menschlichkeit.