Im Oktober erfolgte Ernennung der ersten weiblichen Primas der anglikanischen Staatskirche bei Zeremonie in Londoner St. Paul's Cathedral feierlich bestätigt - Gottesdienst zur Amtseinführung in Canterbury am 25. März
London, 28.01.2026 (KAP) Die neue anglikanische Erzbischöfin von Canterbury, Sarah Mullally, hat am Mittwoch ihr Amt angetreten. Im Rahmen einer liturgischen Feier in der Londoner St. Paul's Cathedral wurde ihre im Oktober bekannt gegebene Ernennung offiziell bestätigt. Mullally ist damit neues geistliches Oberhaupt der Church of England. Die bisherige Bischöfin von London ist die erste weibliche Primas der anglikanischen Staatskirche.
Mullally folgt Justin Welby (2013-2025) nach, der im Vorjahr zurückgetreten war, nachdem ihm erhebliche Versäumnisse im disziplinarischen Umgang mit einem Missbrauchstäter vorgeworfen worden waren. Ein Schritt zur vollständigen Amtsübernahme steht noch aus: Am 25. März, einen Tag vor ihrem 64. Geburtstag, soll Mullally bei einem feierlichen Gottesdienst in Canterbury den Kathedralsitz der Diözese Canterbury übernehmen. Erst ab diesem Zeitpunkt wird die Anglikanerin auch öffentliche Gottesdienste als Erzbischöfin feiern.
Schon vor der feierlichen Amtseinführung in Canterbury wird Mullally den offiziellen Antrittsbesuch bei König Charles III., dem Oberhaupt der Church of England, absolvieren. Ebenso sind in den kommenden Wochen etwa Begegnungen mit Premierminister Keir Starmer sowie mit den Spitzen anderer Kirchen und Religionen im Vereinigten Königreich vorgesehen. Auch wird die neue Erzbischöfin von Canterbury bei der vom 9. bis 13. Februar stattfindenden Generalsynode der Kirche von England bereits den Vorsitz führen.
Mullally ist die erste Erzbischöfin als Nachfolgerin des heiligen Augustinus von Canterbury, der um 597 von Papst Gregor I. nach England gesandt wurde, um die Angelsachsen zu missionieren. Er war der Gründer der englischen Kirche, die seit der Reformation im 16. Jahrhundert nicht mehr katholisch ist, sondern "anglikanisch" und alsbald protestantisch wurde.
König Heinrich VIII. hatte 1533 mit dem Papst gebrochen, weil dieser sich weigerte, die Ehe des Königs wegen Kinderlosigkeit zu annullieren. Als Oberhaupt einer neuen Staatskirche setzte sich Heinrich VIII. 1534 selbst ein. Weltweit zählt die anglikanische Kirche nach unterschiedlichen Angaben zwischen 77 und 85 Millionen Mitglieder.