Zürich: Politikerin wegen Schüsse auf Marienbild verurteilt
29.01.202612:47
(zuletzt bearbeitet am 29.01.2026 um 16:19 Uhr)
Schweiz/Gericht/Religion/Waffen/Politik
Vorfall um Sanija Ameti hatte 2024 für viel Kritik gesorgt
Zürich, 29.01.2026 (KAP) In Zürich hat ein Gericht am Mittwoch die Schweizer Politikerin Sanija Ameti wegen Störung der Glaubensfreiheit schuldig gesprochen. Ameti hatte im September 2024 in einem privaten Schießkeller auf ein Marienbild geschossen, das in einem Auktionskatalog abgebildet war. Fotos der durchlöcherten Darstellung und der Schützin waren im Internet verbreitet worden. Das Bezirksgericht verhängte laut dem Portal kath.ch 60 Tagessätze zu je 50 Franken (55 Euro) sowie eine Geldstrafe von 500 Franken (470 Euro). Die Probezeit (wonach die Strafe gegebenenfalls nicht oder nur teilweise vollstreckt wird) beträgt zwei Jahre.
Ameti hatte den Vorfall damals auf sozialen Medien dokumentiert, das Video jedoch nach heftiger Kritik gelöscht, sich auch öffentlich entschuldigt und um Vergebung gebeten, während sie im Gerichtssaal keine Aussage machte. Die Staatsanwaltschaft hatte eine härtere Strafe gefordert.
Der Vorfall hatte 2024 für überregionale Aufmerksamkeit gesorgt und teils scharfe Reaktionen ausgelöst. Neben Kritik aus der Politik und der Öffentlichkeit hatte sich der Churer Bischof Joseph Bonnemain für Vergebung ausgesprochen. Auch der Wiener Theologe Jan-Heiner Tück und der Katholische Schweizer Frauenbund mahnten zu Besonnenheit und wiesen auf Ametis Reue und die Chance zur Besserung hin.