Schulen nach Überschwemmungen landesweit bis 27. Februar geschlossen - Trinkwassermangel und Cholera
Maputo, 30.01.2026 (KAP) Nach schweren Überschwemmungen hat die Regierung Mosambiks die Wiederaufnahme des Schulbetriebs im gesamten Land auf den 27. Februar 2026 verschoben. Der Ministerrat habe die Maßnahme wegen der gravierenden Folgen der seit Oktober andauernden Regenzeit beschlossen, berichtete der vatikanische Pressedienst Fides. Seit Beginn der Regenzeit sollen laut Medienberichten 125 Menschen ums Leben gekommen sein, rund 775.000 Personen sollen von den Überflutungen schwer betroffen sein, hieß es. In mehreren Regionen, vorwiegend in der Hauptstadtregion Maputo und der Provinz Gaza im Süden Mosambiks, sollen zudem weiterhin Familien vom Wasser eingeschlossen sein.
In den am stärksten überfluteten Gebieten ist laut lokalen Medien der Zugang zu Trinkwasser, Gesundheitsversorgung, Nahrungsmitteln und Bildung vielfach nicht mehr gesichert. Die Lage sei für Armutsbetroffene besonders schwierig, da es kaum Informationen gäbe und die Lebensmittelpreise steigen würden, zitiert Fides einen lokalen Beobachter, der in einer Gesundheitseinrichtung arbeitet: "Es kommen weiterhin viele Kranke, darunter auch junge Menschen und Kinder."
Von den Schulschließungen sind laut Fides mehr als 427.000 Schülerinnen und Schüler sowie gut 9.200 Lehrkräfte betroffen. Insgesamt sollen rund 430 Schuleinheiten beschädigt worden sein. Zudem gelten 218 Schulen als unbenutzbar. Kinder seien unter diesen Umständen die Hauptopfer, da sie einem höheren Risiko für Krankheiten und Gefahren ausgesetzt seien; als besonders vulnerabel gelten Mädchen und heranwachsende Jugendliche.
In der Provinz Nampula breitet sich unterdessen die Cholera aus. Nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörde wurden 1.314 Fälle und 17 Todesfälle gemeldet, gefolgt von der Provinz Tete mit 932 Fällen und 13 Todesfällen und der Provinz Cabo Delgado mit 404 Fällen und 2 Todesfällen.
Da die Wasserstände in mehreren Flussbecken weiter über den Alarmgrenzen liegen, in einzelnen Regionen erneut starke Regenfälle auftreten und die Zyklonsaison begonnen hat, wird mit einer weiteren Verschärfung der Lage gerechnet.
Auch die Landwirtschaft ist massiv betroffen: Mehr als 126.000 Landwirte meldeten Schäden an ihren Flächen, fast 59.000 Nutztiere - darunter Rinder, Ziegen und Geflügel - kamen ums Leben. Nach Angaben des Nationalen Instituts für Katastrophenmanagement und Risikominderung (INGD) sind derzeit 91 Notunterkünfte in Betrieb, in denen rund 95.000 Menschen untergebracht sind.