Papst ruft katholische Laienbewegung zu neuen Leitungsformen auf
30.01.202609:26
Vatikan/Papst/Kirche
Verweis auf Charisma, Leitung und Gemeinschaft bei Audienz für Mitglieder der Bewegung Regnum Christi
Vatikanstadt, 30.01.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat Mitglieder von Regnum Christi, der Laienbewegung der Legionäre Christi, zu Offenheit für neue Leitungsformen aufgerufen. Bei einer Audienz im Vatikan am Donnerstag betonte er, Leitung sei Dienst und ermutigte die Bewegung, sich im laufenden Erneuerungsprozess nicht zu scheuen, "neue Leitungsformen auszuprobieren".
Der Papst stellte die Begriffe Charisma, Leitung und Gemeinschaft in den Mittelpunkt und rief dazu auf, die eigene Identität bewusst zu leben: "Heute ist es wichtiger denn je, zu wissen, wer wir sind." Das Charisma dürfe nicht erstarren, sondern sei eine "Energie und Quelle, die es lebendig zu erhalten gelte."
Eine evangeliumsgemäße Leitung sei "stets auf den Dienst ausgerichtet", so der Papst, der zudem auch die Bedeutung gemeinsamer Entscheidungsprozesse hervorhob. Diese seien "der ideale Raum, in dem Entscheidungen reifen und Verantwortung entsteht".
Leo XIV. forderte zudem, die Gemeinschaft zu vertiefen und das Charisma authentisch zu leben: "Sie sind verpflichtet, durch Ihr Leben Zeugnis für die Treue zum empfangenen Charisma abzulegen." Einheit in der Taufwürde und Vielfalt der Berufungen ergänzen einander: "Organische Gemeinschaft in Vielfalt ist das Wirken des Heiligen Geistes."
Die Bewegung Regnum Christi befindet sich seit Jahren in einem Erneuerungsprozess, nachdem Anfang der 2000er Jahre Missbrauchsfälle durch den Ordensgründer Marcial Maciel (1920-2008) bekannt wurden. Regnum Christi zählt nach eigenen Angaben rund 1.540 Mitglieder in 21 Ländern und ist vor allem in der Kinder-, Jugend- und Familienseelsorge sowie in katholischen Bildungseinrichtungen tätig.