Massenlegalisierung von Einwanderern spaltet Spaniens Kirche
30.01.202614:14
Spanien/Kirche/Migration/Religion/Politik
Entgegen einer strikteren Asyl- und Migrationspolitik der EU will Spanien irregulären Einwanderern ein Bleiberecht geben
Madrid, 30.01.2026 (KAP/KNA) Der Plan der spanischen Regierung, den Aufenthaltsstatus von 500.000 irregulär eingewanderten Migranten zu legalisieren, findet auch in der katholischen Kirche ein geteiltes Echo. Während der Vorsitzende der Spanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Luis Argüello, die Maßnahme des sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez begrüßte, weil sie den betroffenen Menschen die Würde zurückgebe, äußerten andere Bischöfe Kritik.
Der Erzbischof von Oviedo, Jesús Sanz, schrieb in einem Social-Media-Posting, es gebe "nicht Platz für alle". Nötig seien "vernünftige, nicht populistische oder demagogische Maßnahmen", um die einen Migranten aufzunehmen, aber andere abzuweisen, so der Franziskaner. Ähnlich kritisierte José Ignacio Munilla, Bischof von Orihuela-Alicante, das Dekret zur Legalisierung als "populistischen und demagogischen" Schachzug. Damit wollten die regierenden Sozialisten ihre Macht festigen, so der Geistliche.
Der betreffende Plan war mit der linkspopulistischen Podemos-Partei ausgehandelt worden, von deren Unterstützung die schwache Minderheitsregierung von Ministerpräsident Sánchez abhängt. Von dem außerordentlichen Verfahren können Einwanderer und Asylsuchende profitieren, die nachweisen können, dass sie sich vor dem 31. Dezember 2025 in Spanien aufgehalten haben. Weitere Voraussetzungen sind das Fehlen relevanter Vorstrafen und ein Aufenthalt von mindestens fünf Monaten zum Zeitpunkt der Antragstellung.
Entsprechende Anträge können von April an bis Ende Juni gestellt werden, wie Migrationsministerin Elma Saiz am Dienstag ankündigte. Die Regierung setzt das Verfahren mit einem königlichen Dekret um, das keiner Ratifizierung durch das Parlament bedarf.
Bischofskonferenz-Vorsitzender Argüello: Initiative der Sánchez-Regierung gibt Einwanderern, die "bereits arbeiten, Schulen besuchen, am Gesundheitswesen und an sozialen Diensten teilnehmen", ihre Würde zurück