UN-Experten gehen nach den Angriffen auf den Iran scharf mit den USA und Israel ins Gericht
New York/Genf, 13.03.2026 (KAP/KNA) Laut Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind im Nahen und Mittleren Osten inzwischen rund 4,2 Millionen Menschen vertrieben worden. Der überwiegende Teil davon, rund 4,1 Millionen Menschen, sei innerhalb ihres Landes auf der Flucht, teilten die Vereinten Nationen am Donnerstag in New York mit. Die Zahl der Binnenflüchtlinge bezieht sich demnach auf Afghanistan, Iran, Libanon und Pakistan. Hinzu kämen etwa 117.000 Menschen, die in andere Länder geflohen seien.
Im Iran sind laut Behördenangaben seit Beginn der US-amerikanisch-israelischen Angriffe rund 1.300 Menschen getötet und etwa 17.000 verletzt worden. Es gebe zudem erhebliche Schäden an Gesundheitseinrichtungen und anderer ziviler Infrastruktur. Laut Bildungsministerium seien 120 Schulen zerstört worden.
Seit Beginn der Luftangriffe auf den Libanon am 2. März sind dort laut Behördenangaben mindestens 634 Menschen getötet und mehr als 1.500 verletzt worden. Allein in dem Land hätten sich 816.000 Menschen als Vertriebene registriert.
Verstöße gegen das Völkerrecht
UN-Experten kritisierten derweil erneut Verstöße gegen das Völkerrecht durch die USA und Israel und forderten eine unabhängige Untersuchung der Angriffe. Der Konflikt berge die Gefahr, die gesamte Region in katastrophale bewaffnete Gewalt zu stürzen. Zudem drohe ein "Präzedenzfall für die völlige Straffreiheit einiger der stärksten Militärmächte der Welt".
Die USA und Israel sollten aufhören, Kriege zu führen und sich selbst als über dem internationalen Recht stehend betrachten, so die Experten. Unter ihnen sind der Sachverständige zur Förderung einer demokratischen und gerechten internationalen Ordnung, Giorgos Katroungalos, und die Sonderberichterstatterin für die besetzten Gebiete Palästinas, Francesca Albanese.
Rufe von US-Präsident Donald Trump nach einer bedingungslosen Kapitulation kritisierten sie ebenso wie die nach einem Regimewechsel in Teheran. "Keine Menschenrechtsverletzungen im Iran oder anderswo bieten eine rechtliche oder moralische Rechtfertigung für eine unberechtigte Einmischung in die Souveränität eines UN-Mitgliedstaates und einen illegalen Angriff", heißt es weiter. Einzig die Menschen im Iran hätten über die Zukunft ihres Landes zu entscheiden.