Kunstshow zur Jungfrau Maria nach Protesten und Drohungen abgesagt
15.03.202614:43
Belgien/Kunst/Religion
Mit "Madonna (non) grata" betiteltes Event hätte Ende März in einem Kulturzentrum im belgischen Havelange stattfinden sollen
Brüssel, 15.03.2026 (KAP/KNA) Eine als Provokation empfundene Kunst-Auseinandersetzung mit der Muttergottes hat im belgischen Havelange für einen Eklat gesorgt. Nach zahlreichen Beschimpfungen und auch Bedrohungen hat das Kulturzentrum des Dorfes in der wallonischen Provinz Namur eine für Ende März angekündigte Aufführung über Maria abgesagt, wie das Portal "CathoBel" laut Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA) berichtete. Das mit "Madonna (non) grata" betitelte Event werde nicht wie geplant stattfinden.
"Eine Schöpfung an der Grenze zwischen dem Göttlichen und dem Menschlichen; Jungfrau und Hure, heilig und vergänglich": So stellte das Kulturzentrum die Aufführung "Madonna (non) grata" vor, die für den 27. März auf dem Programm stand. Weiter hieß es: "Seit einer Ewigkeit in ihrem Altar eingeschlossen, nennt man sie Morgenstern, Unbefleckte Empfängnis, Königin ohne Erbsünde." Doch ihr Altar sei zu einem Hort des Schimmels geworden; sie selbst sei krank und allein, aber eben unsterblich.
Empörte Proteste, hitzige Diskussion
CathoBel veröffentlichte am Freitag ein Protestschreiben empörter Katholiken gegen die geplante und als Beleidigung empfundene Veranstaltung. In den Sozialen Medien entbrannte eine Diskussion über Kunstfreiheit, freie Meinungsäußerung und "katholisch-traditionalistische Hater", die Dialog und Demokratie mit Füßen träten. Es sei doch gerade die Aufgabe von Kulturzentren, zu geistiger Auseinandersetzung anzuregen, auch mit Religion.
Das Kulturzentrum jedenfalls reagierte mit der Absage des Events. Angesichts der Heftigkeit und Fülle der Reaktionen, die teils auch xenophober Art seien, sehe man keine Möglichkeit für einen sachlichen Dialog über den Gegenstand. Weder vonseiten der Künstler noch der Veranstalter sei auch nur irgendwie ein Angriff der katholischen Religion beabsichtigt gewesen. Man bedauere aber, dass sich Menschen dadurch verletzt fühlten.