Konferenz am 24. April in Wien beleuchtet Feiertage als "Seismograph gesellschaftlicher Veränderungen" und ihren Beitrag zur Identitätsbildung in Österreich
Wien, 15.03.2026 (KAP) Eine interdisziplinäre Tagung in Wien untersucht am 24. April die Rolle religiös geprägter gesetzlicher Feiertage in Österreich seit 1945. Unter dem Titel "Feiertag - freier Tag?" beleuchten Expertinnen und Experten, wie diese Feiertage zur Identitätsbildung beigetragen haben und wie sie heute im Spannungsfeld von Pluralisierung, Gleichbehandlung und staatlicher Neutralität stehen.
Das Organisationsteam um die Kirchenhistoriker Astrid Schweighofer und Leonhard Jungwirth sowie die Religionswissenschaftler Robert Wurzrainer und Dirk Schuster betont, dass gesetzliche Feiertage mehr als nur arbeitsfreie Tage sind. Sie spiegeln politische Traditionen, religiöse Ansprüche und gesellschaftliche Wertvorstellungen wider.
Die Tagung bietet Beiträge aus den Bereichen Geschichte, Recht, Religionswissenschaft, Politikwissenschaft und Medienanalyse. Diese sollen Feiertage als "Seismograph gesellschaftlicher Veränderungen" darstellen. Diskutiert werden politische und rechtliche Entwicklungen, mediale Repräsentationen sowie Perspektiven verschiedener Religionsgemeinschaften und nichtreligiöser Akteure.
Zu den Referentinnen und Referenten gehören unter anderem die Zeithistorikerin Lucile Dreidemy, der Religionsrechtler Stefan Schima und die Religionswissenschaftlerin Astrid Mattes-Zippenfenig. Katharina Renner, Vizepräsidentin der Katholischen Aktion, spricht über "Feiertage als Rhythmus und Ausdruck von Hegemonie", der evangelische Kirchenhistoriker Jungwirth thematisiert den "Karfreitag als politisches Symbol". Weitere Redner behandeln orthodoxe, freikirchliche, jüdische, muslimische und atheistische Perspektiven.
Die Veranstaltung findet am 24. April von 9 bis 18 Uhr in der Alten Kapelle am Uni-Campus in Wien-Alsergrund (Spitalgasse 2, Hof 1) statt. Sie wird vom Institut für Religionswissenschaft der Katholisch-Theologischen Fakultät sowie der Evangelischen Fakultät der Universität Wien organisiert und unter anderem vom Haus der Geschichte Österreich (hdgö) und dem Zukunftsfonds der Republik Österreich unterstützt. Eine Anmeldung zur Teilnahme ist erforderlich. (Website: www.ash-forum.at/site/veranstaltungen/eventman.event/227.html)