Erster deutscher Bischof mit indischer Herkunft ist im Amt
15.03.202617:51
Deutschland/Kirche
Von Indien nach Deutschland: Pater Joshy Pottackal ist jetzt Weihbischof von Mainz
Mainz, 15.03.2026 (KAP/KNA) Zum ersten Mal gibt es in Deutschland einen Bischof mit außereuropäischen Wurzeln. Pater Joshy Pottackal (48) wurde am Sonntag zum neuen Weihbischof von Mainz geweiht. Pottackal stammt aus Südindien und lebt seit 22 Jahren in Deutschland. Er besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft.
"Ich bin Papst Leo XIV. dankbar für diesen Schritt hier in Deutschland, im Bistum Mainz. Glaube verbindet über alle Grenzen hinweg, die Menschen ziehen können", predigte der Mainzer Diözesanbischof Peter Kohlgraf. Zu dem Gottesdienst im Dom waren auch Familienmitglieder Pottackals und Geistliche aus Indien gekommen. Ein Chor sang ein indisches Kirchenlied.
Mit Delfin und Holzring
Auch Pottackals Lieblingstier spielte bei dem Gottesdienst eine Rolle: Der Delfin, der Menschen in Seenot an die Küste begleitet, stand im frühen Christentum unter anderem für Jesus, den Seelenretter. Er ist in Pottackals Bischofsstab abgebildet. "Wir wünschen Ihnen, dass Menschen Sie als Begleiter erfahren und als einen, der Orientierung schenken kann und will", sagte Kohlgraf an den neuen Weihbischof gerichtet.
Krummstab, Bischofsring und Brustkreuz von Weihbischof Pottackal sind in Teilen aus Holz gefertigt. "Holz steht für Wachstum und Leben. Es war für mich auch wichtig, dass es etwas Schlichtes ist", sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vor der Feier. Meist sind diese Bischofsinsignien aus Gold und anderen wertvollen Materialien gemacht.
Das Wappen des neuen Weihbischofs enthält mit dem Mainzer Rad und Buchstaben der Malayalam-Schrift Elemente, die auf seine indische und rheinland-pfälzische Heimat verweisen.
Papst Leo hatte Pottackal im November zum Weihbischof von Mainz ernannt. Mit dem Weihegottesdienst hat er dieses Amt nun übernommen. Geboren wurde er 1977 im südindischen Kerala in eine Familie von Thomaschristen. Seit 2004 lebt der Karmelit in Deutschland. In der Diözese Mainz war er unter anderem als Jugendseelsorger und zuletzt in der Personalabteilung tätig.