"Jedermann" Philipp Hochmair: Bin geprägt von Ästhetik in der Kirche
26.03.202613:31
Österreich/Brauchtum/Theater/Kirche/Leute
Schauspieler im KNA-Interview über Fußwaschung und Tod
München, 26.03.2026 (KAP/KNA) In seiner Zeit als Ministrant war der Wiener Schauspieler Philipp Hochmair vor allem von der Ästhetik in der katholischen Kirche begeistert. Barocke Elemente wie Totenschädel, Kerzen oder Weihrauch verwende er deshalb heute auch in seiner eigenen "Jedermann-Reloaded"-Performance, erzählte der 52-Jährige der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA): "Als Kind habe ich diese krassen Bilder und Geschichten intensiv aufgesaugt: Diese großen mystischen Bilder etwa vom Lamm Gottes! Oder wenn man in der Osternacht in die dunkle Kirche hineingeht und dann das Licht nach und nach entzündet wird - das war schon Wahnsinn."
Mit einem aber habe er nie gerechnet, fügte Hochmair hinzu, der seit 2024 bei den Salzburger Festspielen als "Jedermann" zu erleben ist: Nämlich dass ihn dort die Fußwaschung einholen könnte, wie sie Jesus an seinen Jüngern vollzogen hat. Die von Regisseur Robert Carsen stammende Idee für die aktuelle Inszenierung sei ihm anfangs sehr ausgedacht erschienen: "Inzwischen mache ich diese Fußwaschung aber wahnsinnig gern. Es ist für mich ein schöner, poetischer Moment. Und dass selbst Papst Franziskus diese Geste bei Gefängnisinsassen vollzogen hat, finde ich wirklich berührend." Im derzeitigen Spiel vom Sterben des reichen Mannes vollzieht Jedermann dieses Ritual als Zeichen der Buße.
Spielerischer Umgang mit dem Tod
Auf die Frage, ob er, der schon oft auf der Bühne gestorben sei, eine andere Einstellung zum Tod habe, zögerte der Schauspieler erst in seiner Antwort, meinte dann aber: "Ich habe einen spielerischen Umgang damit, weil ich irgendwie das Gefühl habe, anders darauf vorbereitet zu sein. Aber das wird einem Arzt genauso gehen." Wenn man ständig damit in Verbindung stehe, gebe es schon eine andere Bereitschaft dazu, so Hochmair weiter: "Das sage ich jetzt mal ganz kühn. Aber wer weiß schon, wie es sein wird, wenn es wirklich so weit ist?"