Eisenstädter Bischof: Frieden nicht nur eine Gabe, sondern Aufgabe
05.04.202608:55
Österreich/Kirche/Ostern/Ökumene
Bischof Zsifkovics betont zu Ostern Verantwortung für Frieden, Ökumene und Kampf gegen Einsamkeit
Eisenstadt, 05.04.2026 (KAP) Die Hoffnung auf Frieden steht im Zentrum der heurigen Osterbotschaft von Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics. Frieden sei "nicht nur eine Gabe, sondern vor allem eine Aufgabe", sagte der Bischof am Samstag im Interview mit ORF Burgenland. In einer von Kriegen geprägten Zeit brauche es Menschen, die aktiv zu Friedensbotinnen und -boten werden. "Es ist die Aufgabe, dass wir auch heute in dieser friedlosen Zeit und Welt Friedensbotinnen und Friedensboten sind", so Zsifkovics.
Mit Blick auf den 800. Todestag des Heiligen Franz von Assisi erinnerte der Eisenstädter Diözesanbischof an dessen bleibende Bedeutung für Kirche und Gesellschaft. Franziskus mahne zur Erneuerung der Kirche sowie zum Einsatz für Frieden und Versöhnung. Zugleich erinnere er daran, "dass wir die Kleinen, die Armen und vor allem auch unser Klima und die Schöpfungsverantwortung nicht vergessen sollen".
Positiv äußerte sich Zsifkovics über Papst Leo XIV., der seit knapp einem Jahr im Amt ist. "Ich bin sehr froh, dass wir diesen Papst haben", sagte der Bischof. In ihm sehe man, "dass Amerika auch etwas anderes zu bieten hat". Der Papst sei "ein Stiller, ein wirklich Friedensvermittler, ein Mann des Dialogs und auch ein Diplomat".
Im Bereich der Bischofskonferenz übernimmt Zsifkovics künftig die Zuständigkeit für Ökumene. Die Diözese Eisenstadt mit ihrem vergleichsweise hohen Anteil evangelischer Christen sei dafür ein geeigneter Ort, meinte der Bischof. "Ich denke, dass unsere ökumenische Situation hier sicher für Österreich und letztlich, ohne es übertreiben zu wollen, kann ich auch sagen, für die Welt ein Vorbild ist." Ziel sei es, den Weg der gelebten Ökumene fortzusetzen und "zu dieser vollen Einheit, aber natürlich in der versöhnten Verschiedenheit" zu gelangen.
Einen inhaltlichen Schwerpunkt will Zsifkovics in den kommenden Monaten auf das Thema Einsamkeit legen. "Ich glaube, die Einsamkeit ist nicht nur in der Kirche, sondern vor allem in der Gesellschaft heute eine Geißel - wirklich eine Not, die wir alle sehen und da müssen wir entgegenwirken." Die Kirche könne hier einen wichtigen Beitrag leisten.