Ostergottesdienst in der Grabeskirche musste ohne Gläubige stattfinden
Jerusalem, 05.04.2026 (KAP/KNA) Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, hat zu Ostern dazu aufgerufen, sich aktiv für die Auferstehungsbotschaft zu entscheiden. "Ostern ist kein Satz, den man wiederholt; es ist eine Tür, durch die man hindurchgehen muss", so der italienische Franziskaner in seiner Osterpredigt in der Grabeskirche. Die zentrale Auferstehungsmesse fand aufgrund kriegsbedingter behördlicher Einschränkungen hinter verschlossenen Türen im Kreis der in der Kirche lebenden Ordensleute statt.
Die Leere des Grabs Christi am Ostermorgen sei "keine Abwesenheit, sondern eine Verkündigung", so Pizzaballa. In ihr liege die Herausforderung von Ostern: Gott lasse sich nicht festhalten, der Auferstandene sei "nicht durch die Grenzen unserer Gewissheiten eingeschränkt". Glaube sei daher "niemals ohne Bewegung". Er bedeute Wagnis, statt Gewohnheit und fordere, selbst in schwierigen Zeiten Vergebung, Wahrheit und Hoffnung zu wählen.
Pizzaballa verwies auf die Lage im Heiligen Land, in dem "zu viele Gräber durch Hass, Gewalt und Vergeltung erneut ausgehoben" worden seien. Es scheine, als würde Jesus jedes Mal wieder in ein Grab gelegt, "wenn wir glauben, dass der Tod das letzte Wort über die Geschichte hat, jedes Mal, wenn wir uns der Logik des Feindes fügen, jedes Mal, wenn wir einen bewaffneten Waffenstillstand 'Frieden' und die Berechnung von Schäden 'Gerechtigkeit' nennen", so Pizzaballa.
Dabei sei das leere Grab Christi die einzige Waffe, die Auferstehung "die einzige Hoffnung, die hier und jetzt noch die Tore des Friedens öffnen kann". Durch Ostern sei der Stein vor dem Grab weggerollt, aber es bleibe in der Entscheidung eines jeden, "hinauszugehen und das neue Leben anzunehmen".
Ostergrüße von Netanjahu
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat Christen in aller Welt ein frohes Osterfest gewünscht. In seiner am Sonntag auf Sozialen Medien veröffentlichten Botschaft grüßte er ausdrücklich die "christlichen Freunde in Israel und den Vereinigten Staaten". Netanjahu erinnerte daran, dass weltweit Christen verfolgt würden, auch im Mittleren Osten, im Libanon und in Syrien. "Aber in unserer Region verteidigt Israel allein unsere christliche Gemeinschaft, die wächst und gedeiht", so der Ministerpräsident. Auf die Attacken und Anschläge israelischer Siedler auf Dörfer im Westjordanland, worunter auch die Christen vor Ort massiv zu leiden haben, ging Netanjahu nicht ein.
Stattdessen legitimierte er den von Israel und den USA geführten Krieg gegen den Iran: "In diesem Land, in dem die Geschichte begann, während Raketen auf unsere Hauptstadt, die heilige Stadt Jerusalem, abgefeuert werden, und während die USA und Israel standhaft gegen das iranische Regime und seine terroristischen Verbündeten auftreten, setzen wir unseren entschlossenen Einsatz fort, die Religionsfreiheit für alle Glaubensrichtungen zu schützen - besonders in dieser heiligen Zeit."