Leo XIV.: Reden in Afrika sind keine Fern-Debatte mit Trump
18.04.202615:56
(zuletzt bearbeitet am 19.04.2026 um 11:58 Uhr)
Angola/Vatikan/USA/Papst/Regierung/Diplomatie
Leo XIV. stellt klar: Ansprachen für aktuelle Besuche in vier afrikanischen Ländern waren bereits fertiggestellt "bevor sich der Präsident überhaupt jemals zu mir und meiner Friedensbotschaft geäußert hatte"
Luanda, 18.04.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat sich gegen einseitige Interpretationen der Ansprachen auf seiner derzeitigen Afrikareise gewehrt. Eine Debatte mit US-Präsident Donald Trump liege nicht in seinem Interesse, stellte das Kirchenoberhaupt auf dem Flug von Kamerun nach Angola am Samstag klar.
Seit er am ersten Tag seiner Afrikareise mit Stellungnahmen auf die scharfe Kritik an seiner Person durch Trump reagiert hatte, sei viel in seine späteren Ausführungen "hineininterpretiert" worden. Doch seien seine Ansprachen für Afrika bereits vorbereitet gewesen, "bevor sich der Präsident überhaupt jemals zu mir und meiner Friedensbotschaft geäußert hatte".
Als Beispiel führte das Kirchenoberhaupt seine Ansprache bei einem Friedenstreffen in der Konfliktregion Bamenda in Kamerun an. Dort hatte Leo XIV. unter anderem gesagt: "Regieren bedeutet, das eigene Land und auch die Nachbarländer zu lieben; auch in den internationalen Beziehungen gilt das Gebot: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst." Der Wille zum Frieden müsse allen Einzelinteressen übergeordnet werden.
Rede schon weit früher vorbereitet
Mitreisende Journalisten hatten diese Aussage als eine Ansage in Richtung der USA verstanden. Die Rede sei aber bereits zwei Wochen zuvor fertiggestellt gewesen, stellte der Papst nun klar. Er sei als Hirte und als Oberhaupt der katholischen Kirche nach Afrika gekommen, um mit den lokalen Katholiken zu feiern, sie zu ermutigen und zu begleiten, sagte Leo XIV. vor den Medienvertretern im Flugzeug.
Auf der Afrika-Reise wolle er die Geschwisterlichkeit der Menschen, insbesondere unter den verschiedenen Religionen, fördern. Außerdem gehe es ihm darum, neue Wege für mehr Gerechtigkeit aufzuzeigen.
Vance dankt für Klarstellung
US-Vizepräsident James David Vance dankte dem Papst für dessen Klarstellung bezüglich seiner Friedensmahnungen. "Papst Leo predigt das Evangelium, so wie er es sollte, und das bedeutet unweigerlich, dass er seine Meinung zu den moralischen Fragen dieser Tage äußern wird. Der Präsident und die gesamte Regierung arbeiten daran, sich für diese moralischen Prinzipien in einer chaotischen Welt einzusetzen", erklärte Vance am Samstag auf Sozialen Medien.
Noch vergangene Woche hatte Vance den Papst öffentlich kritisiert und dessen Friedensbotschaft seine Interpretation der Lehre vom "gerechten Krieg" entgegengestellt. Der Papst solle in diesen theologischen Fragen "vorsichtig" sein, so der US-Vize auf einer Veranstaltung.
Nun schlug Vance einen versöhnlicheren Ton an, und kritisierte die mediale Berichterstattung. "Während das Narrativ der Medien ständig Konflikte hoch schreibt - und ja, echte Meinungsverschiedenheiten haben stattgefunden und werden stattfinden -, ist die Realität oft sehr viel komplexer", betonte der US-Vize. Er wolle den Papst in seine Gebete aufnehmen, "und ich hoffe, dass wir auch in seinen sind".
(Kathpress-Schwerpunkt mit allen Meldungen und Hintergrundberichten zur Afrika-Reise von Papst Leo abrufbar unter www.kathpress.at/papst-in-afrika)