Buch "Die ignorierten Frauen der Bibel. Was im Gottesdienst nicht gelesen wird" thematisiert Auswahl liturgischer Texte - Projekt in Vorarlberg geplant
Feldkirch, 02.05.2026 (KAP) Die deutsche Theologin Annette Jantzen sieht die geringe Präsenz weiblicher Figuren im kirchlichen Leben vorwiegend in der Auswahl der liturgischen Bibeltexte begründet. Nicht die Bibel selbst bringe Frauen zum Schweigen, sondern die kirchliche Praxis der Textauswahl, betont Jantzen in ihrem Buch "Die ignorierten Frauen der Bibel. Was im Gottesdienst nicht gelesen wird" fest.
Viele zentrale Frauengestalten kämen in der Leseordnung nicht oder nur in gekürzter Form vor, wodurch ihre Bedeutung im kirchlichen Bewusstsein in den Hintergrund trete, so die Aachener Theologin im "Vorarlberger KirchenBlatt" (aktuelle Ausgabe). Dies betreffe auch Figuren wie Hagar oder die Hebammen Schifra und Pua, deren Geschichten im Gottesdienst kaum präsent seien.
Eine Lesung mit Jantzen findet am 6. Mai um 19.30 Uhr in der Bücherei Hohenems statt. Dies sei auch ein Auftakt für ein konkretes Folgeprojekt in Vorarlberg: Geplant ist laut Kirchenzeitung die Gründung einer Gruppe, die in Liturgie, Seelsorge und Religionsunterricht mit jenen biblischen Texten arbeiten will, in denen starke Frauen sichtbar werden, die im kirchlichen Gebrauch bislang weitgehend ausgeblendet bleiben. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Bücherei Hohenems mit dem Bibellabor Vorarlberg, dem Katholischen Bildungswerk und dem Frauenreferat.