Positives Zwischenfazit der spanischen Presse zum einwöchigen Besuch von Papst Leo XIV.
Madrid, 09.06.2026 (KAP/KNA) Spaniens große Tageszeitungen befassen sich ausführlich mit dem aktuellen Besuch von Papst Leo XIV. im Land. Das Fronleichnamsfest mit mehr als 1,2 Millionen Gläubigen, ein Abendgebet mit Jugendlichen, ein Treffen im voll besetzten Fußballstadion von Real Madrid und die Rede vor dem Parlament standen bisher im Zentrum der Berichterstattung. Am Dienstag reist das Kirchenoberhaupt von Madrid weiter nach Barcelona.
"Leo XIV. verabschiedet sich von Madrid mit eingerissenen Mauern und wiederhergestellten Beziehungen", schrieb Kataloniens größte Tageszeitung "La Vanguardia". "El País" aus Madrid titelte nach Leos Rede vor dem Parlament: "Päpstliches Wunder im Kongress: Alle erklären sich mit Leo XIV. einverstanden".
Obwohl die großen Zeitungen unterschiedliche Schwerpunkte setzten, zeichnete sich insgesamt ein einheitliches Bild ab: Der Papst wurde als moralische Autorität wahrgenommen, die in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft für Dialog, Zusammenhalt und soziale Verantwortung warb.
Konservative Medien betonen spirituelle Aspekte
Während konservative Medien wie "El Mundo" und "ABC" die spirituelle Dimension betonen, heben linksliberale Zeitungen die gesellschaftspolitischen Aspekte hervor. "El País" etwa sieht den Papstbesuch in erster Linie als Appell gegen die zunehmende Polarisierung in Spanien. Im Mittelpunkt der Berichterstattung standen entsprechend die Aussagen des Papstes zu Dialog, gegenseitigem Respekt und sozialer Integration.
"El Mundo" wertet die Visite als außenpolitisch bedeutsam. Leos Aussagen hätten gezeigt, dass der Vatikan Spanien weiterhin als wichtigen Partner in Europa betrachte. "ABC" schrieb gar von einem "historischen Besuch" und stellte dabei die religiöse Bedeutung in den Vordergrund.
Zeitungen würdigen Großveranstaltungen
Die ebenfalls konservative Zeitung "La Razón" ging besonders auf die Rolle der Kirche als gesellschaftlicher Fixpunkt ein. Die mitunter selbstkritischen Töne des Papstes mit Blick auf die Kirche interpretierte sie als Versuch, Vertrauen zurückzugewinnen und die gesellschaftliche Relevanz der Kirche langfristig zu sichern.
Neben den politischen und religiösen Aspekten wurde freilich auch über die Großveranstaltungen mit Hunderttausenden Teilnehmern, die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen, die hohe Auslastung von Hotels sowie die logistischen Herausforderungen ausführlich berichtet. Etliche Reportagen und Kommentare beschreiben Madrid als eine Stadt, die für einige Tage zum Mittelpunkt der katholischen Welt geworden sei.
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