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Kardinalsversammlung mit Papst Leo XIV.
Bild Copyright: © Vatican Media

Kardinäle sprechen über Migration und allgemeine Vertrauenskrise

27.06.2026 07:12
Vatikan/Papst/Kirche/Migration
Debatte um Herausforderungen der Gegenwart am ersten Tag des Konsistoriums mit dem Papst
Vatikanstadt, 27.06.2026 (KAP) Die in Rom versammelten Kardinäle der katholischen Kirche haben über das Thema Migration und die Krise der Demokratie debattiert. In einer am Freitagnachmittag verbreiteten Zusammenfassung der Debattenthemen des ersten Abschnitts des Kardinalstreffens heißt es unter anderem:

"Es wurde über die Notwendigkeit gesprochen, sich in humaner und christlicher Weise mit dem Phänomen der Migration zu befassen; sie verändert das Erscheinungsbild der Völker, der Gesellschaften und der Gemeinden und unterstreicht die Notwendigkeit einer wirksamen Integrationspolitik, während neue Formen der Ausgrenzung zunehmen."

An einer anderen Stelle wird berichtet, Kardinäle hätten gesagt, die Kirche müsse zeigen "wie die Migranten für die Gesellschaften, die sie aufnehmen, ein Segen sein können". Ferner sei "unterstrichen worden, wie Polarisierung die Regierbarkeit und das Zusammenleben erschwert und wie die Gewalt als Mittel zur Lösung von Konflikten zunimmt".

An der ersten Gesprächsrunde im "außerordentlichen Kardinalskonsistorium" nahmen in Anwesenheit von Papst Leo XIV. laut vatikanischem Presseamt lediglich 178 Kardinäle teil. Statt der geplanten 20 gab es nur 18 Arbeitsgruppen. Mehr als 60 der eingeladenen Kardinäle waren nicht anwesend, mehrere hochbetagte Kirchenmänner hatten aus gesundheitlichen Gründen abgesagt.

Ausführlich sprachen die Kardinäle über die Krise der Demokratie und der Institutionen in manchen Staaten. Diagnostiziert wurde ein "verbreitetes Gefühl des Vertrauensverlustes, des Fatalismus und der Ohnmacht in Bezug auf die Institutionen, die Demokratie und die Zukunft".

Dazu trügen der Verlust transzendentaler und geistlicher Werte ebenso bei wie die Meinung, dass das Leben keinen Sinn habe. Es verbreite sich ein "Gefühl der Müdigkeit, das Fehlen einer Wahrheits-Perspektive und eine Unfähigkeit, Beziehungen einzugehen".

Weiter heißt es in dem Bericht, der die Inhalte ohne Zuordnung zu Namen oder Gruppen referierte: Es gebe unter den Kardinälen ein starkes Bewusstsein der Verantwortung, die die Kirche in der gegenwärtigen historischen Lage habe. Sie müsse sich mütterlich und gastfreundlich zeigen und auch eigene Fehler anerkennen.

Das Kardinalskollegium umfasst derzeit 241 Männer. 117 von ihnen sind unter 80 Jahren und wären bei einem Konklave zur Papstwahl berechtigt.
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