Diözese Linz plant Zusammenlegung von Jugendzentren
31.07.202615:17
Österreich/Kirche/Jugendliche/Religion/Finanzen
Trägerverein kritisiert Ende des bisherigen Angebots - Linzer Jugendzentrum STUWE schließt Standort mit Ende 2027 - Bereichsleiterin Pfarre & Gemeinschaft, Lehner: "Auch wenn es zu einer Schließung des Standortes STUWE in der Steingasse kommt, wird es die offene Jugendarbeit in Linz weiterhin geben"
Linz, 31.07.2026 (KAP) Das Linzer Jugendzentrum STUWE wird Ende 2027 seinen bisherigen Standort in der Steingasse 5 aufgeben. Die Caritas Oberösterreich, Eigentümerin des Gebäudes, stellt die Räumlichkeiten nur noch bis zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung und will das Areal danach einer neuen Nutzung zuführen. Die Diözese Linz plant, die offene Jugendarbeit in der Innenstadt durch eine Zusammenführung des STUWE mit dem Jugend- und Lehrlingszentrum ZOOM weiterzuführen. "Auch wenn es zu einer Schließung des Standortes STUWE in der Steingasse kommt, wird es die offene Jugendarbeit in Linz weiterhin geben", erklärte Bereichsleiterin Pfarre & Gemeinschaft, Irmgard Lehner, in einer der Kathpress vorliegenden Stellungnahme. Kritik kommt vom STUWE Trägerverein, der eine neuerliche Prüfung der Entscheidung fordert.
Das STUWE besteht seit 1946 und befindet sich seit 1984 am Standort Steingasse. Die Einrichtung richtet sich an Jugendliche zwischen 13 und 20 Jahren und bietet offene Jugendarbeit für junge Menschen unterschiedlicher sozialer, religiöser und geografischer Herkunft. "Die Konzepte und Zielgruppen wurden immer wieder an die Erfordernisse angepasst", betonte Lehner.
Die künftige Arbeit soll am Standort des Cardijn-Hauses in der Kapuzinerstraße 49 gebündelt werden. Dort sollen die Angebote von STUWE und ZOOM zusammengeführt werden. Laut Lehner erarbeiten Jugendleiterinnen und Jugendleiter beider Einrichtungen derzeit ein gemeinsames Konzept "zu einer offenen, sozialraumorientierten, diakonalen Jugendarbeit für Linz-Mitte". Der Prozess sei noch nicht abgeschlossen, hieß es.
Zur Gebäudesituation meinte Lehner, dass es diesbezüglich in den letzten Jahren bereits mehrere Gespräche mit dem Verein gegeben habe; auch das Datum sei "in enger Abstimmung mit der Diözesanleitung" festgelegt worden.
Kritik an Schließung
Die geplante Schließung des Standortes stößt beim Trägerverein des Jugendzentrums auf Kritik. Vereinsobmann Otmar Pum sieht laut den "Oberösterreichischen Nachrichten" (31. Juli) die bisherige Arbeit gefährdet und verweist auf die Bedeutung des STUWE als niederschwelligen Treffpunkt für unterschiedliche Jugendgruppen.
Die Zusammenlegung mit dem Jugendzentrum ZOOM sei aus Sicht des Vereins keine gleichwertige Lösung, da sich die inhaltlichen Schwerpunkte der beiden Einrichtungen unterschieden. Pum appellierte an die Diözese, die Entscheidung nochmals zu prüfen.
Gebäudesituation und Sparmaßnahmen
Hintergrund der Neuordnung sind neben der Gebäudesituation auch Sparmaßnahmen der Diözese Linz. Eine der beiden bisherigen Vollzeitstellen des STUWE läuft mit Ende 2027 aus, die verbleibende Stelle soll in die künftige offene Jugendarbeit einfließen. Lehner verwies auch auf die Notwendigkeit, "den diözesanen Haushalt auf Zukunft hin zu sichern". Bis Ende 2027 könne im STUWE am bisherigen Standort weitergearbeitet werden. Voraussetzung dafür sei eine bestehende Kooperationsvereinbarung zwischen Diözese und Verein. Die Bereichsleiterin Pfarre & Gemeinschaft selbst blicke "mit großer Wertschätzung auf 80 Jahre STUWE".