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Themenweg 'Via Francisci' in Medjugorje
Pilgern
Bild Copyright: © Pfarre Medjugorje

Medjugorje: Geistlicher "Franziskusweg" vor Jugendfestival eröffnet

31.07.2026 13:39
Bosnien-Herzegowina/Kirche/Religion/Ausstellung/Glaube
Fünf Stationen verbinden Grundaussagen des heiligen Franz von Assisi mit den Botschaften des Marienwallfahrtsortes
Medjugorje, 31.07.2026 (KAP) Unmittelbar vor Beginn des 37. Internationalen Jugendgebetsfestivals (Mladifest) ist in Medjugorje am Freitag ein neuer geistlicher Themenweg eröffnet worden. Die "Via Francisci" führt auf dem Verbindungsweg hinter dem Außenaltar der Pfarrkirche zum Friedhof durch fünf Stationen, die zentrale Elemente der franziskanischen Spiritualität mit den Botschaften von Medjugorje verbinden. Anlass ist das 800. Todesjahr des heiligen Franziskus von Assisi (1181/82-1226), das die franziskanischen Ordensgemeinschaften in diesem Jahr begehen.

Die fünf Stationen behandeln die Themen Beichte, Evangelium, Stille, Fasten und Eucharistie. Die Meditationen stammen vom Pfarrvikar P. Ivan Hrkac, die Bildtafeln schuf der kroatische Bildhauer Toni Kozaric. Über QR-Codes können Pilger die Texte und Audiomeditationen in neun Sprachen abrufen.

Die Pfarre versteht den neuen Weg als Einladung, "vom Suchen zur Begegnung, von der Unruhe zum Frieden und von den eigenen Wünschen zu einem Leben nach dem Evangelium" zu gelangen. Die Via Francisci stellt dabei bewusst eine Verbindung zwischen dem Lebensweg des heiligen Franziskus und den Friedensbotschaften der "Königin des Friedens" her, als der die Jungfrau Maria Berichten zufolge seit 1981 in Medjugorje erscheinen soll. Eine Abschlussfeier des Franziskus-Jubiläumsjahres ist für den 5. September in Medjugorje vorgesehen.

Prägende Kraft in der Region

Die Franziskaner prägen das kirchliche Leben der Herzegowina seit Jahrhunderten wie keine andere Ordensgemeinschaft. Während der fast 400-jährigen osmanischen Herrschaft waren sie vielerorts die einzigen Seelsorger der katholischen Bevölkerung, lebten teils im Geheimen mit dieser und wurden von den Gläubigen liebevoll als "ujaci" ("Onkel") bezeichnet. Sie spendeten die Sakramente, unterrichteten Kinder, bewahrten Sprache und Kultur und hielten das kirchliche Leben auch in Zeiten aufrecht, in denen es kaum funktionierende kirchliche Strukturen gab. Dadurch entstand bei der kroatischen Volksgruppe der Region eine enge Verbindung zwischen katholischem Glauben und der Identität.

Auch nach der Wiedererrichtung der Diözesen im 19. Jahrhundert blieben die Franziskaner die prägende Kraft der Seelsorge. Zwar führte die Neuordnung kirchlicher Zuständigkeiten zu einem jahrzehntelangen Konflikt zwischen Teilen der Franziskanerprovinz und den Diözesanbischöfen, heute gilt die Zusammenarbeit jedoch weitgehend als stabilisiert. Während der kommunistischen Zeit Jugoslawiens sowie im Bosnienkrieg engagierten sich die Brüder in der Seelsorge und humanitären Hilfe; zahlreiche Franziskaner verloren im 20. Jahrhundert ihr Leben und gelten als Glaubenszeugen.

Infolge der seit 1981 gemeldeten Marienerscheinungen wurde Medjugorje weltweit bekannt und entwickelte sich zu einem der meistbesuchten katholischen Wallfahrtsorte. Die Pfarre wird bis heute von Franziskanern betreut, wobei im Mittelpunkt der Seelsorge das Gebet, die Beichte und die Eucharistie stehen. Auch das jährlich stattfindende Jugendfestival, das am Samstagabend mit Rosenkranz, Eröffnungsgottesdienst, Fahnenprozession und eucharistischer Anbetung beginnt, wird von den Franziskanern organisiert und zieht Zehntausende junge Pilger aus aller Welt an.

Aufrufe zu Besonnenheit nach Vandalismus

Überschattet wurden die Vorbereitungen vom jüngsten Vandalismus gegen Gebetsorte in Medjugorje, bei dem unter anderem der Außenaltar in Brand gesetzt und Marienstatuen geschändet wurden. Die Pfarre wie auch Ortsbischof Petar Palic aus Mostar riefen als Reaktion darauf zu Besonnenheit und Gebet auf. Der "Seher" Ivan Dragicevic erklärte zuletzt, Hass dürfe nicht mit Hass beantwortet werden. "Unsere Waffe ist nicht Verurteilung, sondern der Rosenkranz. Unsere Stärke ist nicht Rache, sondern Vergebung", sagte er und rief dazu auf, auch für die Täter zu beten. Dragicevic lud außerdem für Freitag um 21 Uhr zu einem Gebetstreffen, das vom privaten Sender Mary TV (marytv.tv) übertragen wird.
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