Nigeria: Zwei Geiseln nach Kirchenüberfall freigelassen
11.08.202613:11
Nigeria/Geiselnahme/Terrorismus/Kirche/Entführung
Seminarist und Kirchenbesucher von Armee und Sicherheitsbeamten befreit - Jüngste Serie von Angriffen auf Christen und kirchliche Mitarbeiter hält an
Abuja, 11.08.2026 (KAP) Nach dem Überfall auf eine katholische Kirche im Südosten Nigerias sind die letzten beiden Geiseln freigelassen worden. Der Seminarist Lawrence Chidera Igbo und der Laie Emmanuel Onwudi waren am 2. August während der Sonntagsmesse in der St.-Josephs-Kirche in Inoyi-Affa im Bundesstaat Enugu entführt worden. Bei einer gemeinsamen Operation von Sicherheitsdienst, Armee, Polizei und weiteren Einheiten kamen beide frei. Drei mutmaßliche Entführer wurden festgenommen, ein weiterer bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet, berichtet der römische Pressedienst Fides (Dienstag).
Die Sicherheitskräfte stellten zudem das geforderte Lösegeld sicher und beschlagnahmten mehrere Gewehre sowie Munition. Die Täter seien mithilfe "fortschrittlicher Sicherheitstechnologien" aufgespürt worden, teilte der für die Ermittlungen zuständige Beamte mit. Zuvor war bereits ein entführter Katechet freigekommen; der Seminarist Kelvin Ochai konnte seinen Entführern ebenfalls entkommen.
Der Fall steht im Zusammenhang mit einer anhaltenden Serie von Angriffen auf Christen und kirchliche Mitarbeiter. Erst Ende Juli wurde im Bundesstaat Kogi der katholische Priester Samuel Opeyemi Oyetoro getötet. Seine Leiche wies schwere Machetenverletzungen am Kopf auf. Die Diözese Lokoja würdigte ihn für seinen "treuen Dienst, aufopferungsvolle Liebe und unerschütterliche Hingabe an das Volk Gottes". Der Gouverneur von Kogi bezeichnete den Mord als "barbarische Tat".
Die US-Kommission für internationale Religionsfreiheit sprach in ihrem Jahresbericht 2026 von einer "schrecklichen Krise religiöser Gewalt" in Nigeria. Neben bewaffneten nichtstaatlichen Gruppen kritisierte sie auch Defizite des Staates beim Schutz der Religionsfreiheit und bei der Bekämpfung der Ursachen der Gewalt.