Im 90. Lebensjahr verstorbener Experte zählte zu den führenden Papsthistorikern im deutschen Sprachraum
Brixen, 11.08.2026 (KAP) Als "Historiker mit Leib und Seele" hat der Bozener Diözesanbischof Bischof Ivo Muser den am 3. August im 90. Lebensjahr verstorbenen Südtiroler Kirchenhistoriker und Priester Josef Gelmi gewürdigt. In der aktuellen Ausgabe des Katholischen Sonntagsblatts der Diözese Bozen-Brixen (9. August) erinnert Muser "mit großer Wertschätzung und Dankbarkeit" an den langjährigen Professor für Kirchengeschichte an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen und Präsidenten der Hofburg Brixen.
Gelmi war Autor zahlreicher Publikationen in deutscher und italienischer Sprache, die sich vor allem der Geschichte des Papsttums und der Geschichte der Diözese Bozen-Brixen widmeten. Noch 2025 veröffentlichte er im Tyrolia-Verlag das "Große Buch der Päpste", eine Geschichte aller 267 Nachfolger des Apostels Petrus bis zu Papst Leo XIV.
Professor Gelmi habe Rom geliebt und die Stadt und ihre Historie gekannt wie kaum ein anderer, so Bischof Muser im Sonntagsblatt. Kirchengeschichte sei für den Priester und Historiker nie bloß trockene Wissenschaft gewesen. Die Befassung mit der Geschichte habe den Verstorbenen gelehrt, dass der Menschheit ohne den Beitrag der Kirche vieles fehlen würde. Dabei habe Gelmi auch nie die Fehler der Kirche verschwiegen, die ebenso zur Kirchengeschichte gehörten. "Ich traue mich zu sagen: Ihm ging es letztlich immer um die Liebe zur Kirche", so Muser, der am 7. August im Brixener Dom auch den Begräbnisgottesdienst für Josef Gelmi leitete.