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Kosovo: Serbische Kirche sieht keine verbesserte Sicherheitslage

11.08.2026 15:13
Kosovo/Serbien/Kirche/Konflikte/Orthodoxie
Diözese Raska-Prizren verurteilt in Erklärung jüngsten Akt der Einschüchterung in Lipljan gegen serbische Bevölkerung - Schrittweiser Rückzug der KFOR von Sicherung des Klosters Visoki Decani für Kirche keine Option
Pristina, 11.08.2026 (KAP) In der kosovarischen Stadt Lipljan wurden am Zaun eines orthodoxen Kirchengeländes Flaggen der Kosovo-Befreiungsarmee UCK und Albaniens angebracht. Die Polizei nahm zwei verdächtige Männer fest. Der Vorfall soll sich am Montagabend ereignet haben. Die serbisch-orthodoxe Diözese von Raska und Prizren zeigte sich in einer offiziellen Erklärung sehr besorgt bzw. warnte davor, dass jüngste Einschätzungen, die auf eine verbesserte Sicherheitslage im Kosovo hindeuten, ihrer Ansicht nach nicht die Realität widerspiegelten, die die Serbisch-orthodoxe Kirche und die verbliebene serbische Bevölkerung erleben.

Der betroffene Kirchenkomplex umfasst demnach die Kirche der Darstellung der Allerheiligsten Gottesgebärerin aus dem 14. Jahrhundert und die Kirche der Heiligen Märtyrer Florus und Laurus.

Es handle sich bei dem Vorfall nicht bloß um Vandalismus, hieß es in der Erklärung. UCK-Symbole würden von den Kosovo-Serben mit bewaffneter Gewalt, Entführungen, Tötungen, Vertreibung, Zerstörung von Häusern und Angriffen auf orthodoxe religiöse Stätten verbunden. Die Platzierung der Flaggen sei daher ein bewusster Akt der Einschüchterung und eine symbolische Behauptung der Kontrolle über das Eigentum der Serbisch-orthodoxen Kirche.

Die Diözese wies auf die ihrer Meinung nach prekäre Lage der verbliebenen serbischen Bevölkerung in Lipljan hin und erklärte, dass heute nur noch einige Hundert Serben in der Stadt leben, verglichen mit mehreren Tausend in der Vergangenheit. Für diese Gemeinde, so hieß es, stellten die beiden Kirchen sowohl ein spirituelles Zentrum als auch eines der letzten sichtbaren Zeugnisse der jahrhundertealten serbisch-orthodoxen Präsenz in der Region dar.

Die Diözese erklärte zudem, der Vorfall vom 10. August sei auch kein Einzelfall. Sie erinnerte daran, dass im Dezember vergangenen Jahres eine maskierte Person während des Patronatsfestes gewaltsam eine serbisch-orthodoxe Kirchenflagge vom selben Kirchenkomplex entfernt hatte, und dass sich ein ähnlicher Vorfall im Juni 2023 ereignet haben soll. Die Erklärung der Diözese wurde auf ihrer Website veröffentlicht (https://eparhija-prizren.com/en/).

Sorge um Kloster Visoki Decani

Besonders besorgt zeigte sich die Diözese in ihrer Erklärung auch über eine Ankündigung der KFOR, wonach diese unter Berufung auf eine "verbesserte Sicherheitslage im Kosovo" schrittweise Personal der Kosovo-Polizei in die Sicherheitsvorkehrungen rund um das serbisch-orthodoxe Kloster Visoki Decani einbeziehen werde, um ihre Präsenz insgesamt zu optimieren.

Die Diözese argumentierte, dass eine Bewertung, die hauptsächlich auf dem Ausbleiben größerer bewaffneter Vorfälle beruht, andere Formen des Drucks außer Acht lasse, darunter Verhaftungen, Durchsuchungen, Zugangsbeschränkungen, administrative Hindernisse, Schändung religiöser Stätten und einschüchternde Zurschaustellung von Symbolen. Insofern gebe es keine Grundlage, den direkten internationalen Schutz von Visoki Decani zu reduzieren oder die primäre Verantwortung für seine Sicherheit an die Kosovo-Polizei zu übertragen.

Gleichzeitig rief die Diözese die orthodoxen Gläubigen, insbesondere die verbliebenen Serben in Lipljan und Umgebung, dazu auf, Ruhe zu bewahren und sich nicht zu Provokationen hinreißen zu lassen.
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