Philippinen: Verpflichtender Schöpfungstag in allen Pfarren
13.08.202609:00
Philippinen/Kirche/Umwelt/Religion
Neue Messe zur Bewahrung der Schöpfung als liturgische Vorlage für den 6. September - Bischöfe verweisen auf Umweltkatastrophen wie Taifune und Ökosystem-Zerstörung
Manila, 13.08.2026 (KAP) Die katholischen Bischöfe der Philippinen haben alle Pfarren und kirchlichen Gemeinschaften des Landes verpflichtet, am 6. September den "Tag der Schöpfung" zu feiern. Die Liturgie soll dabei dem "Gebetstag für die Bewahrung der Schöpfung" gewidmet sein. In einem aktuellen Hirtenwort verweist die Bischofskonferenz auf die zunehmende ökologische Krise und deren Folgen für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen.
Für die Feier soll das im Vorjahr vom Vatikan im Auftrag von Papst Leo XIV. veröffentlichte Messformular "Für die Bewahrung der Schöpfung" mit eigenen biblischen Lesungen verwendet werden. Die philippinischen Bischöfe bezeichnen die Zerstörung lokaler Ökosysteme und die globale Klimakrise als dringende pastorale Herausforderung. Besonders die zunehmenden Taifune würden die Inseln des Landes immer stärker treffen. Die Appelle von Papst Franziskus (2013-2025) in den Enzykliken "Laudato si'" und "Laudate Deum" würden weiterhin zu wenig beachtet.
Der Schöpfungstag solle Raum für "Umkehr, Klage, Dankbarkeit und eine erneuerte ökologische Bekehrung" geben, so die Bischöfe. Zu hoffen sei, dass die Feier während der gesamten "Schöpfungszeit" das Bewusstsein für die Bedeutung der Schöpfung im christlichen Glauben und im Alltag stärkt.
Der 1. September gilt in den orthodoxen Kirchen als Gebetstag für die Schöpfung, seit er 1989 vom Ökumenischen Patriarchen Dimitrios I. dazu erklärt wurde. Der Weltkirchenrat weitete die Initiative später zu einer Schöpfungszeit bis zum 4. Oktober aus. Papst Franziskus griff diese Initiative auf und erklärte 2015 den 1. September offiziell zum katholischen "Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung". Der Schöpfungstag sei daher auch Zeichen ökumenischer Verbundenheit, so die philippinischen Bischöfe in ihrem Hirtenbrief.