Brasilianischer Dominikaner, Regierungsberater und Castro-Freund verweist auf gute Kuba-Kenntnisse des Kirchenoberhaupts
Havanna/Rio de Janeiro, 12.08.2026 (KAP/KNA) In den aktuell angespannten Beziehungen zwischen den USA und Kuba schlägt der brasilianische Befreiungstheologe Frei Betto (81) Papst Leo XIV. als Vermittler vor. Der gebürtige US-Amerikaner Robert Francis Prevost, der viele Jahre in Lateinamerika gearbeitet hat, kenne Kuba gut, sagt Betto der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA; Mittwoch). Zudem erinnerte das Mitglied des Dominikanerordens an Kubas Revolutionsführer Fidel Castro, der am Donnerstag 100 Jahre alt geworden wäre.
Unter der Regierung von Donald Trump haben die USA ihren Kurs gegen die kommunistische Regierung Kubas zuletzt verschärft. Seit Jänner gilt eine Ölblockade gegen die Karibikinsel. Sie ersticke daran, erklärt der Ordensmann Betto, der sich derzeit auf Kuba aufhält. Dort berät er die Regierung bei der Umsetzung eines Programms zur Ernährungssicherheit.
Leo XIV. wäre in der Krise ein geeigneter Vermittler, glaubt der Dominikaner. "Er war als Generalprior der Augustiner mehrmals hier in Kuba und hat Sympathie dafür, dass hier eine Politik zur Verteidigung der drei grundlegenden Menschenrechte geführt wird: des Rechtes auf Ernährung, Gesundheit und Bildung."
Mit Kuba verbindet Betto eine lange Geschichte. Als Jugendlicher sympathisierte der Brasilianer, der mit bürgerlichem Namen Carlos Alberto Libânio Christo heißt, bereits mit Castro, als dieser mit seiner Revolution zwischen 1953 und 1959 für die Unabhängigkeit Kubas kämpfte. Persönliche Freunde wurden er und Castro nach einem ersten Treffen im Jahr 1980, bei dem "Bruder Betto" die Entscheidung der kubanischen Regierung kritisierte, Kuba zum atheistischen Staat zu erklären und nur Atheisten als Mitglieder der kommunistischen Einheitspartei zu dulden.
Castro habe seinen Fehler eingesehen, sagt Betto, der daraufhin damit beauftragt wurde, die Regierung an Kubas Kirche heranzuführen. Dazu gehörte auch das 1985 von ihm veröffentlichte Buch "Nachtgespräche mit Fidel" ("Fidel y la religión"), in dem der Revolutionär über sein Verhältnis zur Religion spricht. Anfang der 1990er Jahre erklärte Castro Kuba und die Partei als laizistisch statt atheistisch. Betto stand Castro auch bei dessen Treffen mit Papst Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Papst Franziskus beratend zur Seite.
Die jüngst von Kubas Regierung angekündigten kapitalistischen Reformen hält Betto angesichts der dramatischen Wirtschaftskrise für unumgänglich. Das hätte auch Castro eingesehen, ist sich der Dominikaner sicher.