Israelische Menschenrechtler: Armee schützt gewalttätige Siedler
13.08.202609:46
Israel/Palästina/Konflikte/Militär
Bei Vertreibung von Palästinensern bleibe Armee im besten Fall untätig, so der Vorwurf
Ramallah, 13.08.2026 (KAP/KNA) Israelische Menschenrechtler werfen der Armee vor, extremistische Siedler im Westjordanland bei der Gewalt gegen Palästinenser zu unterstützen. "Siedlermilizen, unterstützt vom israelischen Militär, weiten ihre Angriffe auf palästinensische Dörfer und Städte aus", erklärte die Geschäftsführerin der Organisation B'Tselem, Yuli Novak, laut Nachrichtenagentur KNA am Mittwoch. Sie verwies auf den jüngsten Fall einer Belagerung von palästinensischen Häusern in Kusra, bei der die Armee nicht eingegriffen habe.
Extremistische Siedler hatten in dem Ort südöstlich von Nablus am Sonntag einen Außenposten auf dem Gelände zweier palästinensischer Häuser errichtet und palästinensische Familien am Betreten oder Verlassen der Häuser gehindert. Die israelische Armee verurteilte das Vorgehen der Siedler und löste nach eigenen Angaben am Mittwochmorgen den Außenposten. Israelische Medien berichten jedoch, dass sich weiterhin Siedler in dem zum militärischen Sperrgebiet erklärten Ort aufhielten.
B'Tselem: Armee blieb untätig
Das Ziel der Siedler sei die Vertreibung der palästinensischen Familien und die Übernahme der Häuser, so B'Tselem. Die Armee habe "die Siedler weder vertrieben noch Maßnahmen zum Schutz der Familien ergriffen". In ähnlicher Weise hätten die Streitkräfte im vergangenen Monat Siedlern ermöglicht, Häuser in zahlreichen Dörfern im gesamten Westjordanland zu übernehmen.
Seit Oktober 2023 hat Israel nach Angaben von B'Tselem 64 palästinensische Gemeinden vollständig und 15 weitere Gemeinden teilweise gewaltsam vertrieben. Betroffen seien rund 4.800 Palästinenser, darunter 2.300 Minderjährige.