Kirchliches Hilfswerk appelliert an Behörden zu rechtsstaatlichem und transparentem Vorgehen
Lusaka/Rom, 13.08.2026 (KAP) In einem angespannten politischen Klima findet in Sambia am Donnerstag die Wahl eines neuen Parlaments und eines neuen Präsidenten statt. Kurz vor der Wahl hatte die nationale Caritas Besorgnis über Berichte von Festnahmen und Inhaftierungen politisch aktiver Bürger an unbekannten Orten geäußert. Dadurch würden Familien in Angst und Ungewissheit gelassen, erklärte Caritas-Direktor Gabriel Mapulanga laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Fides (Donnerstag).
Besonders verwies die katholische Hilfsorganisation auf den Fall der früheren sambischen Diplomatin Martha Lungu Mwitumwa und der Bloggerin und Journalistin Hannah Katontoka. Beide Frauen wurden nach Angaben der Caritas am vergangenen Sonntag von der Polizei in einem Pressezentrum im Lusakaer Stadtteil Longacres festgenommen. Ihren Familien sei bislang nicht mitgeteilt worden, wo sie sich befinden.
Katontoka gehört zum Medienteam des Oppositionspolitikers Brian Mundubile, der bei der Präsidentenwahl als aussichtsreicher Kandidat der Opposition antritt. Die Caritas zeigte sich besonders besorgt um Lungu Mwitumwa, die an einer chronischen Erkrankung leide und regelmäßig medizinische Behandlung benötige.
Die kirchliche Hilfsorganisation erinnerte die Behörden daran, dass Sambia ein Rechtsstaat sei und jeder Mensch bis zu einem rechtskräftigen Urteil als unschuldig gelte. Verdächtige müssten formell beschuldigt und möglichst rasch einem Gericht vorgeführt werden. Zudem hätten Angehörige das Recht, über den Aufenthaltsort festgenommener Familienmitglieder informiert zu werden und diese insbesondere bei medizinischem Bedarf zu besuchen.
Mit Blick auf die Wahl warnte Caritas Sambia vor willkürlichem oder geheimem Vorgehen staatlicher Stellen. Solche Maßnahmen könnten Spekulationen, Misstrauen und Spannungen verstärken und damit den Frieden gefährden. Die Sicherheitskräfte wurden zu professionellem, transparentem und rechtskonformem Handeln aufgerufen.
Die Erzdiözese Lusaka hatte bereits am Dienstag zu Gebeten für einen friedlichen Verlauf der Wahlen aufgerufen und zugleich davor gewarnt, diese zu politisieren.