Musiktheater "Uchronia" bringt "Monkpunk" in den Stephansdom
15.09.202612:07
Österreich/Kirche/Theater/Musik/Kunst/Kultur
Gregorianische Choräle und Synthesizer treffen bei Premiere am Donnerstagabend aufeinander - Veranstaltung im Rahmen der Musiktheatertage Wien unter dem Thema "Berührung mit dem Unbekannten"
Wien, 15.09.2026 (KAP) Gregorianische Choräle und Synthesizer treffen bei der Musiktheater-Performance "Uchronia - was wäre wann" von Brigitte Wilfing und Jorge Sánchez-Chiong im Wiener Stephansdom aufeinander. An drei Terminen, mit Uraufführung am Donnerstag, geht die Performance der Frage nach, wie sich die Musikgeschichte an bestimmten Punkten auch anders hätte entwickeln können. Premiere der "musikalischen Gedankenexperimente" ist am Donnerstag (17. September, 21 Uhr). Weitere Aufführungen sind am 22. und 23. September jeweils um 21 Uhr geplant. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Musiktheatertage Wien (16. bis 27. September) unter dem Thema "Berührung mit dem Unbekannten" statt.
Der Titel "Uchronia" bezeichnet eine "Nicht-Zeit", also eine Vergangenheit, die so nie stattgefunden hat. Für die Performance werden zwei musikalische Gedankenexperimente hörbar gemacht: "Monkpunk" und "HyperRhythmicon". "Monkpunk" ist eine von Jorge Sánchez-Chiong entwickelte Variante des gregorianischen Chorals, die sich von der liturgischen Funktion und der Bindung an lateinische Texte löst. "HyperRhythmicon" fragt, wie sich europäische Musikautomaten des 19. Jahrhunderts entwickelt hätten, wenn sie von afrolateinamerikanischen Kulturen übernommen und mit deren Rhythmuspraktiken weiterentwickelt worden wären.
Den klanglichen Kern bilden der gregorianische Choral und die Riesenorgel des Stephansdoms. Dazu kommen Synthesizer, elektronische Orgeln, Drum Machines, afrokaribische Trommelrhythmen und mit Autotune verfremdete Stimmen, die sich mit den historischen Klangkörpern des Doms verbinden, hieß es seitens der Veranstalter und der Erzdiözese Wien. Das Publikum kann sich durch den Dom bewegen, stehen, sitzen oder liegen. So wechseln die Hörperspektiven zwischen dem großen Gesamtklang und leiseren, unmittelbaren Begegnungen mit der Musik in Seitenschiffen und Kapellen.
Mitwirkende sind die Choralschola St. Stephan, Valeria Lanner an der Orgel, Chloé Ryo an der Posaune, Jorge Sánchez-Chiong und Isabella Forciniti an der Elektronik sowie Brigitte Wilfing mit einer Performance. Die Veranstalter weisen darauf hin, dass Teile des Stephansdoms nicht vollständig barrierefrei sind. (Info: https://mttw.at/event/uchronia-was-waere-wann/)