Orthodoxer Patriarch führte im Vatikan auch Gespräche mit Kardinalstaatsekretär Parolin und Kurienkardinälen Koch und Gugerotti
Vatikanstadt, 15.09.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat am Montag den griechisch-orthodoxen Patriarchen von Antiochien, Johannes X. Yazigi, in Audienz empfangen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen laut Informationsdienst der Stiftung "Pro Oriente" (Dienstag) die schwierige Situation der Christinnen und Christen im Nahen Osten sowie die ökumenischen Beziehungen zwischen der katholischen und orthodoxen Kirche. Der Patriarch traf am Montag im Vatikan auch mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, dem Präfekten des Dikasteriums für die katholischen Ostkirchen, Kardinal Claudio Gugerotti, und dem früheren langjährigen Nuntius in Syrien, Kardinal Mario Zenari, zusammen. An der Begegnung mit dem Papst nahm auch Kardinal Kurt Koch, Leiter der Vatikanbehörde zur Förderung der Einheit der Christen, teil.
Das Patriarchat von Antiochien bemühe sich nach Kräften, als Brückenbauer und Friedensstifter im Nahen Osten zu wirken, bekräftigte der Patriarch bei allen Gesprächen. Im Blick auf Syrien hob er etwa hervor, dass die Christen ein essenzieller Bestandteil der Gesellschaft seien. Es brauche gleiche Bürgerrechte für alle Teile der Gesellschaft und es gelte, die Partizipation aller Teile der Gesellschaft zu stärken sowie Begegnung zwischen den Ethnien und Religionsgemeinschaften zu fördern.
Im Blick auf den Libanon würdigte der Patriarch den Besuch des Papstes im Herbst 2025. Dadurch habe Leo XIV. für das Land wie auch die Christen vor Ort seine besondere Unterstützung zum Ausdruck gebracht. Zugleich bekräftigte der Patriarch, dass der Krieg im Süden des Landes, wo sich die Hisbollah und Israel gegenüberstehen, endlich zu einem Ende kommen müsse. Es brauche Dialog und Hilfe für die unzähligen Vertriebenen.
Papst Leo und Patriarch Johannes gedachten bei ihrer Zusammenkunft zudem der beiden 2013 entführten syrischen Bischöfe Mor Gregorios Youhanna Ibrahim und Boulos Yazigi. Boulos Yazigi ist der Bruder des Patriarchen.
Der syrisch-orthodoxe Erzbischof Mor Gregorios Youhanna Ibrahim und sein griechisch-orthodoxer Amtsbruder Boulos Yazigi waren am 22. April 2013 auf der Fahrt von der syrisch-türkischen Grenze in Richtung Aleppo von Unbekannten entführt worden. Beide Bischöfe hatten ihren Sitz in Aleppo und setzten sich in Syrien für Dialog und Frieden zwischen den Religionsgemeinschaften ein. Von beiden fehlt seit ihrem Verschwinden jedes Lebenszeichen.
Patriarch Johannes hat seinen Amtssitz in der syrischen Hauptstadt Damaskus. Neben Syrien leben die Gläubigen des Patriarchats auch noch im Libanon und in der Türkei bzw. immer mehr auch in der Diaspora im Westen. In Österreich gibt es zwei kleine etablierte Gemeinden in Wien und in Tirol. Die Angaben zur Zahl der Gläubigen des Patriarchats schwanken zwischen 750.000 bis 3 Millionen.