Wien: Kardinal Schönborn besuchte syrisch-orthodoxe Gemeinde
27.09.202615:37
Österreich/Kirche/Orthodoxe/Schönborn/Ökumene
Schönborn würdigte syrisch-orthodoxe Christen zum "Sonntag der Völker" als Bereicherung für die Weltkirche und die Kirche in Österreich
Wien, 27.09.2026 (KAP) Kardinal Christoph Schönborn hat am Sonntag - dem "Sonntag der Völker" - die syrisch-orthodoxe Gemeinde in Wien-Neumargareten besucht und dabei den Schatz der Vielfalt unterstrichen, den anderssprachige Gemeinden für die Kirche darstellten. Auch wenn viele syrisch-orthodoxe Familien nicht freiwillig in Österreich seien, sondern ihre Heimat verlassen mussten, so würden sie doch die Kirche in Wien bereichern, sagte Schönborn bei einem Gottesdienst, den er gemeinsam mit dem für die syrisch-orthodoxen Gläubigen in Österreich und der Schweiz zuständigen Bischof Mor Dionysios Isa Gürbüz feierte. Ihre Liturgie, ihre Sprache und ihre religiöse Tradition seien ein Reichtum, so Schönborn laut Bericht auf der Website der Erzdiözese Wien.
Seit März nutzt die syrisch-orthodoxe Gemeinde die frühere Pfarrkirche Neumargareten für ihre Gottesdienste und ihr Gemeindeleben. Kardinal Schönborn hatte die Gemeinde am Sonntag auf Einladung ihres Pfarrers, Abuna Sami Üzel, besucht und den Gottesdienst mitgefeiert. Schönborn las dabei das Evangelium und hielt die Predigt. Mor Dionysios ist derzeit auch in Österreich, um mit der Gemeinde sein 30-jähriges Bischofsjubiläum zu feiern.
Mor Dionysios dankte Schönborn für seine langjährige Verbundenheit mit der Gemeinde. Schönborn habe der Gemeinde nicht allein die Tür zu einem Kirchenraum geöffnet, sondern auch "die Tür Ihres Herzens". Pfarrer Abuna Sami Üzel dankte dem Kardinal besonders für seinen Einsatz für die Vermittlung der Kirche. Für Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, bedeute ein solcher Ort weit mehr als ein Gebäude: Hier können sie beten, ihre Kinder im Glauben unterweisen und ihre liturgische Tradition weitergeben. Als Zeichen der Dankbarkeit überreichte Mor Dionysios Kardinal Schönborn einen Muronitho, einen ostkirchlichen Hirtenstab, der außerhalb der eigentlichen Liturgie verwendet wird.
Die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien gehört zu den ältesten Kirchen der Christenheit. Ihre Zahl wird auf rund 5.000 geschätzt. Es gibt mehrere Gemeinden in Wien, die alle zur Diözese Schweiz-Österreich gehören. Die Liturgie wird bis heute in aramäischer (syrischer) Sprache - der Sprache Jesu - gefeiert. Die Syrisch-orthodoxe Kirche ist seit 1974 Mitglied des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich.
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